NEWS



Archiv

Januar 03 Juli 03 Januar 04 Juli 04
Februar 03 August 03 Februar 04 August 04
März 03 September 03 März 04 September 04
April 03 Oktober 03 April 04 Oktober 04
Mai 03 November 03 Mai 04 November 04
Juni 03 Dezember 03 Juni 04 Dezember 04



Aktuell

10. Oktober 2003 - NABU kürt Zaunkönig zum "Vogel des Jahres 2004

(NABU) Der Naturschutzbund NABU hat heute in Berlin den Zaunkönig als "Vogel des Jahres 2004" vorgestellt. "Der Zaunkönig, einer der kleinsten heimischen Vögel, wirbt als populärer Sympathieträger stellvertretend für viele andere Tiere des Siedlungsraumes für naturnahe Gärten, Parks und Grünflächen", sagte NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Zwar sei der Zaunkönig derzeit nicht in seinem Bestand gefährdet, doch stehe der muntere Vogel für ein ganzes Gefolge von Tieren und Pflanzen, die auf eine intakte natürliche Umgebung angewiesen seien. Nach Haussperling und Mauersegler sei im Zusammenhang mit der NABU-Kampagne "Nachbar Natur" zum dritten Mal in Reihe gezielt ein typischer Vogel des menschlichen Siedlungsraumes gewählt worden. Mit der Wahl des Zaunkönigs zum Vogel des Jahres 2004 verbinde der NABU den Aufruf zur Entwicklung strukturreicher Grünflächen mit dichtem Unterholz sowie den Appell zum Erhalt naturnaher Bachauen. "Wer den Zaunkönig schützen will, sollte sich für mehr Wildnis und Natur in unseren Gärten und Parks einsetzen", so Opitz. Natur einfach mal Natur sein lassen sei in diesem Zusammenhang eine wahrhaft königliche Geste. Sterile Innenstädte böten dem Zaunkönig genauso wenig Platz wie strukturarme Wirtschaftswälder ohne Unterholz. Der Zaunkönig gelte laut NABU als vorwitzig und werde, wenn er sich aus seinem Unterholz einmal hervorwagt und lautstark "zu Wort" meldet, häufig als Symbol für eine natürliche, vielfältige Umwelt begriffen. "Trotz seines eher unscheinbaren Gefieders ist der kleine Vogel mit der lauten Stimme bei Groß und Klein sehr beliebt", so Opitz. Der Zaunkönig ist ein "Vogel von Welt", der sein Brutgebiet von Nordamerika über die Behringstraße westwärts auf weite Teile Asiens, Europas und Nordafrika ausgedehnt hat. In Mitteleuropa ist der Vogel das ganze Jahr über anzutreffen und zieht sich als Insektenfresser im Winter nur aus den höheren Gebirgslagen in mildere Gefilde zurück. "Auch wenn der Zaunkönig noch nicht zu den in Deutschland gefährdeten Arten zählt, so leistet der Einsatz für ein Reich nach seinem Geschmack mit heimischen Gewächsen, unordentlichen Ecken und natürlichen Strukturen einen großen Beitrag für die Natur", so Opitz. Die Farbbroschüre zum Jahresvogel 2004 kann gegen 5 Briefmarken zu je 55 Cent beim NABU-Infoservice, 53223 Bonn bezogen werden. Im Internet ist der Zaunkönig unter (link:http://www.NABU.de)http://www.NABU.de oder whttp://ww.Vogel-des-Jahres.de zu finden.




10. Oktober 2003 - Junger Schwertwal während Fang für Zoos getötet

(WDCS) Bei dem Fang einer Schwertwalgruppe in ostrussischen Gewässern zum Zwecke der späteren Zurschaustellung der Meeressäuger in Zoos und Vergnügungsparks ist nachweislich ein Jungtier getötet worden. Dies bestätigt die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, die auch Details über die Fangaktivitäten in Erfahrung brachte, welche sich Ende September in der entlegenen Bucht von Zhirovaya, im Südosten von Kamtschatka, ereigneten. Eine Gruppe von Schwertwalen, unter ihnen auch ein Kalb und ein Jungtier, wurden von Personen des Utrish Delfinariums mit Schleppnetzen eingefangen. Ein junger Schwertwal, auch als Orca bezeichnet, verwickelte sich dabei im Netz und war somit nicht mehr in der Lage, zum Atmen an die Oberfläche zu gelangen. Das Tier erstickte. Ein weibliches Tier wurde gefangen genommen, die restlichen Orcas anschließend wieder freigelassen. "Die WDCS bedauert den Fang des Weibchens und den Tod des jungen Orcas zutiefst", sagte Erich Hoyt, Orcaexperte und wissenschaftlicher Berater der WDCS. "Orcas leben in sehr sozialen Gruppenverbänden. Jedes Individuum ist für das Wohlbefinden und Überleben der Gruppe wichtig. Die WDCS ist über den Fang und dessen Auswirkungen äußerst besorgt". Die WDCS ist der Ansicht, dass der Fang gegen russische Gesetzesbestimmungen verstößt, in denen festgehalten wird, dass Orcagruppen, die weniger als ein Jahr alte Kälber enthalten, keinesfalls das Ziel von Fangaktivitäten sein dürfen. Auch wird verlangt, dass alle erforderlichen Maßnahmen getroffen werden, um die Möglichkeit der Verletzung oder des Todes von einzelnen Tieren auszuschließen. Details über den Gesundheitszustand und über den weiteren Verbleib des weiblichen Orcas sind nur wenige bekannt. Im Anschluss an den Fang wurde sie in ein abgesperrtes Meeresareal gebracht und am 5. Oktober 03 mit dem Flugzeug nach Anapa am Schwarzen Meer geflogen, wo das Utrish Aquarium Haltungseinrichtungen für Meeressäugetiere hat. Offiziellen Informationen des Utrish Aquariums zufolge ist das Schwertwalweibchen angekommen. Es ist möglich, dass sie an einen Vergnügungspark in einem anderen Kontinent verkauft wird, da auf Grund der hohen Sterblichkeitsrate dieser Tiere in Gefangenschaft vielerorts eine große Nachfrage besteht. Die Erweiterung des Port Nagoya Delfinariums in Japan - mit einem großen Budget für den Kauf von neuen Orcas aus Wildfängen - war vermutlich Hauptgrund und Hauptfinanzierungsquelle für die Fangaktivitäten der vergangenen drei Jahre, in denen einige Fangversuche im Fernen Osten Russlands (bis September 2003 erfolglos) unternommen wurden.




9. Oktober 2003 - Intensiver Lärm verursacht innere Verletzungen bei Walen und Delfinen

(WDCS) In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftmagazins "Nature" findet sich ein Artikel, der die Sorge der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, und anderer über die Auswirkungen der Lärmverschmutzung im Meer teilt und verstärkt. Der Artikel beschreibt die Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen an einigen auf den Kanarischen Inseln und um Großbritannien gestrandeten Walen und Delfinen der vergangenen 11 Jahre. Bei den Tieren handelt es sich um Gemeine Delfine, Schweinswale sowie tief tauchende Arten, wie Rundkopfdelfine und mehrere Schnabelwalarten. Die Studie berichtet von inneren Verletzungen, die zum Tod von Walen und Delfinen führen können und mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die vor allem bei Tauchern bekannte Dekompressionskrankheit bedingt sind. Derzeit ist unklar, ob es dazu kommt, weil die Tiere versuchen, vor dem extremen Lärm zu flüchten und beim Auftauchen ihre physiologischen Grenzen überschreiten, oder ob die Geweberisse direkt durch die physischen Auswirkungen der Schallwellen entstehen. Unabhängig davon, wie es dazu kommt, zeigen die Autoren, dass lebenswichtige innere Organe, vor allem die Leber, verletzt werden und dies zum Tod der betroffenen Tiere führen kann. "Die Bedrohung, die die Lärmverschmutzung für Wale und Delfine und auch andere marine Arten darstellt, muss nun neu bewertet werden", kommentiert Mark Simmonds, wissenschaftlicher Direktor der WDCS, die neuen Erkenntnisse. Die gestrandeten und untersuchten Meeressäuger sind jedoch nur ein Bruchteil der insgesamt betroffenen Tiere. Man weiß nicht, wie viele Tiere im Meer tatsächlich auf Grund der Lärmverschmutzung sterben, ohne jemals aufgefunden zu werden. Im Jahr 2000 strandeten auf den Bahamas einige Schnabelwale einer gut erforschten Population. Auslöser war das Sonar von Militärschiffen. Seit damals wurde kein einziges Tier dieser Population mehr in dem Gebiet gesichtet. Waren die Tiere gezwungen, aufgrund der unerträglichen Lärmbelastung woanders hin zu ziehen oder haben sie alle dasselbe Schicksal erlitten wie die gestrandeten Individuen? Wal- und Delfinstrandungen, die mit militärischen Sonarsystemen in Zusammenhang gebracht wurden, haben in Griechenland, den Bahamas, Madeira, den Kanarischen Inseln und Großbritannien stattgefunden. Auch die deutsche Bundeswehr ist in die Entwicklung von für Meeressäuger höchst bedenkliche aktive Sonar-Systeme entwickelt. Die WDCS hat aufgrund der zunehmenden Bedeutung dieses Bedrohungsfaktors für Wale und Delfine vor wenigen Monaten den Bericht "Oceans of Noise" veröffentlich, der auch einen dringlichen Aktionsplan enthält.




6. Oktober 2003 - Empörung über ersten Schwertwalfang in Russland

(WDCS) Der WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, liegen bestätigte Informationen über den Fang eines etwa 5 Meter langen, weiblichen Schwertwals in einer der entlegensten Gegend dieses Planeten vor. Verantwortlich für den Schwertwalfang im Golf von Avacha Gulf in Kamtschatka, Ostrussland ist das Utrish Aquarium, das schon in den Handel mit Delfinen aus dem Schwarzen Meer involviert war. Das Orcaweibchen wurde in ein abgezäuntes Meeresareal in Petropavlovsk-Kamchatsky gebracht, wo es auf den Weitertransport in das Utrish Aquarium vorbereitet wird. Die WDCS befürchtet seit langem solche Fangaktivitäten und koordiniert seit vielen Monaten intensive Bemühungen, um diese zu unterbinden. Dutzende Schwertwalforscher aus der ganzen Welt hatten sich gemeinsam mit der WDCS an die russischen Behörden gewandt, um diese davon abzubringen, die Fanggenehmigung für 10 Orcas zu erteilen. Nun werden weitere Fänge erwartet. "Wir sind über diese Fänge äußerst besorgt" sagt Nicolas Entrup, Sprecher der WDCS in Deutschland und fügt hinzu, dass "Orcas für die Haltung in Gefangenschaft nicht geeignet sind und die Fangaktivitäten auch negative Auswirkungen auf das Überleben der lokalen Schwertwalgruppen haben". Seit 1999 führt die WDCS gemeinsam mit der Humane Society of the United States (HSUS) ein Schwertwalforschungsprojekt (Far Eastern Russia Orca Project/FEROP) durch, das von britischen, russischen und japanischen Wissenschaftlern geleitet wird. Dieses Pionierprojekt zu den in diesem Gebiet bisher unerforschten Schwertwalen konnte mittels Fotoidentifikation 151 Orcas, die im zentralen Golf von Achava leben, nachweisen. Zusätzlich werden akustische Analysen angewandt, um unterschiedliche Ruflaute zwischen den Tieren auszumachen. Die Daten sollen langfristig Aussagen über die Sozialstruktur der Schwertwalgruppen in dem Gebiet geben. Die bisherigen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es sich um eine sogenannte "resident" Orcapopulation handelt, ähnlich jener Schwertwalgruppen, die an der Westküste der USA und Kanadas leben und sehr starke soziale Bindungen aufweisen. Keine Einrichtung in Russland hat bislang Erfahrung im Fang und der Haltung von Schwertwalen. Es ist davon auszugehen, dass Orcas während der Fangaktivitäten verletzt und großem Stress ausgesetzt werden. Die WDCS ist besorgt darüber, dass Russland künftig die internationale Zooindustrie mit wild gefangenen Schwertwalen versorgen wird. Auf Grund der hohen Sterblichkeitsrate dieser Meeressäuger benötigen Zoos und Vergnügungsparks Wildfänge. Dadurch werden die Sozialgefüge der Schwertwale in freier Wildbahn zerstört.






© Association for Wildlife Conservation e. V.