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April 03
29. April 2003 - Vögel: Weltreisende haben ein gutes Gedächtnis (Informationsdienst Wissenschaft) Zugvögel verfügen im Unterschied zu Standvögeln über ein Langzeitgedächtnis von mindestens einem Jahr, das es ihnen wahrscheinlich ermöglicht, ihre mehrere Tausend Kilometer entfernten Winterquartiere und Brutgebiete exakt wieder zu finden. Zu diesem Ergebnis kommen Claudia Mettke-Hofmann und Eberhard Gwinner von der Max-Planck-Forschungsstelle für Ornithologie aus Andechs nach intensiven Verhaltensstudien an zwei verschiedenen Grasmücken-Arten. Ihre Forschungsergebnisse passen zu bereits vorliegenden neuroanatomischen Befunden: Danach vergrößert sich der Hippocampus, ein Verarbeitungszentrum für räumliche Informationen im Gehirn, bei Zugvögeln im ersten Lebensjahr wesentlich, während es bei Standvögeln keine solchen Größenveränderungen erfährt. 28. April 2003 - Affen und Raubtiere als Flohmarkt-Ware (Pro Wildlife) Aggressive Raubtiere, verängstigte Fledermäuse und sogar Affen werden als neuer Trend auf speziellen Wildtierbörsen gehandelt. So fand am Wochenende in Hamm / Westfalen zum dritten Mal die EXOTIC ANIMAL statt - nach Angaben des Veranstalters die größte Säugetier-Börse Deutschlands. Die Artenschutzorganisation PRO WILDLIFE kritisiert: "Auf solchen Flohmärkten werden selbst gefährliche oder extrem schwer zu haltende Wildtiere an völlig unbedarfte Kunden verschachert." Zu den angebotenen Arten gehören Kleinbären, aubkatzen, Affen, Gürteltiere, Fledermäuse, Stinktiere und viele weitere Arten, von denen viele sogar aus freier Wildbahn stammen. "Einige Käufer greifen gezielt auf exotische Fledermäuse oder Igel zurück, weil die bei uns heimischen Arten im Gegensatz zu den Exoten streng geschützt sind. Die Bundesregierung muss diesem Treiben einen Riegel vorschieben", fordert PRO WILDLIFE. Der Handel mit Exoten als Haustiere boomt: Seit Anfang der 90er Jahre hat die Haltung von Reptilien in deutschen Haushalten dramatisch zugenommen. Allein 200.000 Riesen- und 100.000 Giftschlangen leben nach Schätzungen von Experten unter deutschen Dächern. Nun entwickelt sich ein neuer Markt: "Exotische Säugetiere sind der letzte Schrei - wegen ihres oft niedlichen Aussehens oder einfach, weil man ein Haustier haben will, das sonst keiner im Wohnviertel besitzt", berichtet Dr. Sandra Altherr, Biologin bei PRO WILDLIFE. Vergessen wird dabei, welche erhebliche Probleme durch den unbedachten Kauf für Mensch und Tier entstehen können: - Viele der angebotenen Tiere sind Wildfänge, die eigens für den Handel eingefangen wurden. Die Tiere haben schlimme Strapazen hinter sich. Die Auswirkungen auf die Wildtierbestände bleiben oft unbekannt. - - Einige der Arten sind sehr gefährlich, wie z.B. Nasenbären: Diese hochaggressiven Kleinbären sehen harmlos aus, können aber mit ihren messerscharfen Zähnen in 10 Sekunden einen ausgewachsenen Schäferhund töten. - - Die Verkaufsbedingungen auf den Börsen sind großteils skandalös: Die Behältnisse sind zu klein, bieten keine Rückzugsmöglichkeiten und sind übereinander gestapelt. Nachtaktive Arten wie Igel oder Fledermäuse sind gleißendem Licht ausgesetzt und werden wiederholt gestört und herumgereicht. - - Arten, die in großen Gruppen oder Familienverbänden leben (z.B. Affen, Erdhörnchen, Präriehunde) werden einzeln verkauft. Diese Tiere leiden erheblich unter ihrer isolierten Haltung. - PRO WILDLIFE dokumentiert in einer aktuellen Studie den zunehmenden Trend der Wildtierbörsen und die eklatanten Missstände auf den verschiedenen Veranstaltungen. "Wir fordern von den Politikern einheitliche und strenge Regeln für Börsen und, dass Arten, die für die Privathaltung ungeeignet sind, vom Verkauf ausgeschlossen werden", erklärt Altherr abschließend. 27. April 2003 - Langzeitstudie: Schimpansen "vererben" Rollenstrukturen (National Geographic) In einer seit gut 40 Jahren laufenden Langzeitstudie konnten Wissenschaftler nachweisen, dass Schimpansen ihre Rollenpositionen innerhalb der Population "vererben". Die untersuchten Affen gehören zu der Population des Gombe-Nationalparks in Tansania, wo Jane Goodall vor 43 Jahren die Studie begann. Dies berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der aktuellen Mai-Ausgabe (EVT 28.04.2003) des Magazins. Die lange Forschungsdauer ermöglichte es den Wissenschaftlern, Affenfamilien über mehrere Generationen hinweg zu beobachten und ihr Verhalten zu analysieren. Anhand dieser Stammbäume konnten sie beobachten, dass Töchter dominanter Mütter die besten Futterplätze für sich beanspruchen, schneller wachsen und bis zu vier Jahre früher geschlechtsreif werden als die Töchter niederrangiger Schimpansinnen. Das Projekt gehört heute zu den größten Langzeitstudien an einer einzigen Tiergruppe, die es je gegeben hat. Vor 43 Jahren begann Jane Goodall ihre Schimpansenforschung im heutigen Gombe-Nationalpark in Tansania. Ihre Untersuchungen erbrachten neue Erkenntnisse über die bis dahin wenig erforschten Tiere. Die angeblich friedlichen, einfach strukturierten Vegetarier entpuppten sich als schlagkräftige, hochintelligente Jäger mit kompliziertem Charakter und Gefühlsleben, die sogar in der Lage sind, Werkzeuge herzustellen. Dies galt bis dahin als eines der wichtigsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Mensch und Tier. Als Jane Goodall in den sechziger Jahren nach Gombe kam, lebten dort rund 150 Schimpansen. Heute sind es noch etwa 100 Tiere. Waldrodung und die Ansiedlung von Menschen gefährdet die Existenz der Affen. So hat in den letzten zehn Jahren die Bevölkerung rund um den Gombe-Park drastisch zugenommen. Ihr Bedarf an Brennholz und Lebensmitteln führte zu illegalen Abholzungen und Wilderei. Setzen sich diese Entwicklungen fort und wird das Schutzgebiet der Affen nicht erweitert, könnte die Gombe-Population innerhalb weniger Jahrzehnte einer Krankheit oder der Inzucht zum Opfer fallen. 25. April 2003 - Trittin unterstützt UNEP-Engagement zur Bewertung kriegsbedingter Umweltschäden in Irak (BMU) Bundesumweltminister Jürgen Trittin wird am morgigen Samstag auf Einladung der französischen Umweltministerin Roselyne Bachelot-Narquin am diesjährigen G8-Umweltministertreffen in Paris teilnehmen. Während des Treffens wird u.a. die gegenwärtige Umweltsituation in Irak eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus sollen Konzepte für eine nachhaltige und umweltgerechte Entwicklung Afrikas, die Entwicklung nachhaltiger Produktions- und Konsummuster sowie die Stärkung der internationalen Strukturen für den Umweltschutz erörtert werden. Zum G8-Treffen werden UNEP-Exekutiv Direktor Klaus Töpfer sowie der senegalesische Umweltminister Fada Diagne erwartet. Grundlage der Gespräche zum Irak wird eine am gestrigen Donnerstag von UNEP veröffentlichte Studie zu den ökologischen Folgen des Kriegs sein. "Das Engagement von UNEP zur Bewertung der kriegsbedingten Umweltschäden in Irak und zur Identifizierung notwendiger Sofortmassnahmen unterstütze ich ausdrücklich", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Bezogen auf die grundsätzliche Rolle von Umweltschutzmassnahmen in Krisenregionen betonte der Minister, dass sie kein Selbstzweck seien. Umweltschutz könne erheblich zur Konfliktvermeidung und -lösung beitragen. "Die G8 können die Armutsbekämpfung deutlich voranbringen, wenn sie die Schaffung eines ungehinderten Zugangs zu sauberem Trinkwasser und die Nutzung erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern fördern und unterstützen", sagte Jürgen Trittin. Ein weiteres wichtiges Thema des G8-Treffens wird der Schutz der Meeresumwelt und die Schiffssicherheit sein. Deutschland hatte sich im vergangenen Jahr nach dem Unglück des Tankers "Prestige" mit konkreten Vorschlägen an die G8-Umweltminister gewandt, die gemeinsam mit einer britischen Initiative zu einem "Aktionsplan zu Meeresschutz und Tankersicherheit" entwickelt werden sollen. Bundesumweltminister Trittin appellierte an die G8, vor allem beim frühzeitigen Ersatz der Einhüllen- durch Doppelhüllentanker sowie bei der Einführung einer Lotsenpflicht in ökologisch sensiblen Meeresregionen voranzugehen. 24. April 2003 - Finnischer Urwald in Papier und Verpackungen (Greenpeace) Gegen die Verwendung von finnischem Urwaldholz in Papier und Pappe protestiert Greenpeace heute vor der Zentrale der Firma Hewlett Packard (HP) in Böblingen sowie vor Filialen deutscher Papiergroßhändler. Vor der HP-Zentrale fordern Aktivisten in drei Meter hohen Baum-Kostümen auf einem Transparent "Hewlett Packard: Sag Nein zur Urwaldzerstörung". Der Grund: Die Verpackungen von HP-Druckern enthalten Holz aus gefährdeten Urwäldern. Bereits gestern begannen Proteste der Greenpeace-Aktivisten bei dem Papierhändler Schneider + Söhne, die heute bei Papier Union und Deutsche Papier in mehreren deutschen Städten fortgesetzt werden, darunter Karlsruhe und Wuppertal. Alle drei Händler kaufen von dem Konzern Stora Enso in Finnland Papier, für das die letzten Urwälder des Landes zerstört werden. "HP hat Urwälder auf dem Gewissen", sagt Oliver Salge, Waldexperte von Greenpeace. "Der Konzern muss dafür sorgen, dass seine Drucker-Verpackung keine zermahlenen Baumriesen mehr enthält, und statt dessen Recyclingpapier verwenden." HP-Drucker werden mit Papier vom finnischen Papierhersteller M-Real verpackt, für das finnische Urwälder eingeschlagen werden. Die drei Großhändler Papier Union, Schneider + Söhne und die Deutsche Papier vertreiben Papier von Stora Enso über ihr regionales Vertriebsnetz an Druckereien und kleine Verlage. "Die Großhändler sollen den Handel mit Papier aus finnischen Urwäldern sofort einstellen. Für Werbebroschüren, Plakate und Jahresberichte dürfen keine wertvollen Urwaldbäume fallen", erklärt Salge. Stora Enso und M-Real - größter bzw. drittgrößter Papierhersteller Europas - sind Großkunden des staatseigenen finnischen Forstbetriebes, der die Urwälder im Norden des Landes zerstört. Stora Enso und M-Real verarbeiten die Bäume in ihren Fabriken zu Papier und Zellstoff. Deutschland ist der wichtigste Kunde der finnischen Papierindustrie. Heute existiert nur noch ein Bruchteil der einstmals großen Urwälder in Finnland. Von den verbliebenen knapp 10.000 Quadratkilometern (das entspricht ungefähr den Waldgebieten Hessens) ist bisher nur knapp die Hälfte geschützt. Ohne Urwälder können die traditionellen Einwohner Nord-Finnlands, die Samen, ihre Rentierzucht nicht mehr betreiben. Über 500 verschiedene Tier- und Pflanzenarten sind durch die Abholzung bedroht. Vom 28. - 30. April treffen sich in Wien die europäischen Forstminister zur "Konferenz für den Schutz der Wälder in Europa" (MCPFE). Auch Bundesministerin Renate Künast (Grüne) wird an der Konferenz teilnehmen. Greenpeace erwartet von der Verbraucherministerin, dass sie den Urwaldschutz auf die Tagesordnung setzt. Bislang will sich die Konferenz nicht mit einem wirksamen Schutz befassen, der den Holzeinschlag in den Urwäldern ausschließt. 24. April 2003 - Delfine zerstückelt als billiger Hai-Köder (GRD) Fischer in Peru harpunieren Delfine und benutzen ihr Fleisch als billigen Köder zum Fang von Haien. Dies deckte die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) in Zusammenarbeit mit ihrer peruanischen Partnerorganisation ACOREMA (Areas Costeras y Recursos Marinos) auf. "Die Jagd auf Delfine für den menschlichen Verzehr ist seit längerem bekannt. Besonders erschreckend ist, dass die Meeressäuger jetzt auch für die Hai-Langleinenfischerei getötet werden. Wie viele Delfine auf hoher See dabei ihr Leben lassen müssen, ist unbekannt und unkontrollierbar", erklärt die Biologin Denise Wenger, Projektleiterin der GRD. "Es wurde berichtet, dass Delfinfleisch als Hai-Köder auch an ausländische Fischer, z.B. spanische Flotten, die vor Perus Küste Fischfang betreiben, verkauft wird. Ein ganzer Delfin erzielt dabei einen Preis zwischen 6 und 12 US$." Bei der Kontrolle von Fischereihäfen und märkten der fast 3000 Kilometer langen Küste des Andenstaates wurden etliche Hinweise auf illegale Fänge und Delfinfleischhandel an mehreren Stellen gefunden. In den großen Häfen wie Chimbote wird offen mit Delfinfleisch und den ebenfalls geschützten Meeresschildkröten auf dem Markt gehandelt. Das Kilo Delfinfleisch für den menschlichen Verzehr kostet umgerechnet zwischen 1,15 bis 1,70 US$. In Callao, dem Fischereihafen der Hauptstadt Lima, wird es teurer als getrocknete "Italienische Delikatesse" an einen Stammkundenkreis verkauft. Die Jagd auf Delfine in Peru kostete früher bis zu 20.000 Tieren im Jahr das Leben. 1996 konnte ein Verbot für Fang und Handel erwirkt werden. Die neuen Untersuchungen zeigen allerdings, dass schätzungsweise noch immer mehrere Tausend Delfine jährlich von Fischern harpuniert werden. "Eine weitere Bedrohung stellt die zunehmende Dynamitfischerei dar, durch die wichtige Ökosysteme entlang der Küste und letztendlich die Lebensgrundlage der lokalen Fischer zerstört wird", berichtet Denise Wenger weiter. Da die Behörden dem weitgehend tatenlos zusehen, betreiben GRD und ACOREMA eine landesweite Aufklärungskampagne. Auf Fischereimärkten und in wichtigen Häfen wurden Hinweisschilder angebracht, die deutlich auf das Verbot des Handels mit Delfinfleisch hinweisen. Poster wurden erstellt, die in Behörden und Fischereiämtern über verantwortungsbewußte Fischerei informieren. Zusätzlich werden T-Shirts mit Motto-Aufdrucken kostenlos an Fischer verteilt und ein Netzwerk aus freiwilligen Wildhütern aufgebaut. 23. April 2003 - Die Deutschen essen zu wenig Gemüse Hamburg (Vital) - Bei Gemüse sind die Deutschen echte Kostverächter. 88 Prozent der Bundesbürger essen täglich weniger als 250 Gramm Gemüse, berichtet die Zeitschrift VITAL in ihrer neuen Ausgabe. Zugleich gibt es immer mehr Berichte, Obst und Gemüse seien nicht mehr so gehaltvolll wie früher. Doch das ist nach Ansicht von Experten gar nicht so wichtig. "Entscheidend ist nicht, ob in einem Apfel 10 Milligramm mehr Vitamin C enthalten sind als in einem anderen", sagt Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung. "Unser Ernährungsverhalten muss sich ändern. Denn wer statt zwei Portionen Obst und Gemüse täglich fünf Portionen isst, senkt drastisch sein Risiko, krank zu werden." Nach Untersuchungen des britischen Ernährungswissenschaftlers David ist der Anteil lebenswichtiger Mineralien bei einigen Obst- und Gemüsesorten im Vergleich zu den 40-er Jahren um über 50 Prozent zurückgegangen. Brokkoli enthalte beispielsweise etwa 75 Prozent weniger Kalzium, Spinat rund 60 Prozent weniger Eisen. Zu ähnlichen aber nicht so drastischen Ergebnissen kommt Dr. Sighart Golf von der Universität Gießen. "Meiner Einschätzung nach sind heute in Obst und Gemüse rund 18 Prozent weniger Magnesium enthalten als noch in den 60er Jahren." Bei Blattspinat sei dies noch viel weniger. Andere Wissenschaftler halten solche Zahlen allerdings für übertrieben. Prof. Dr. Roland Bitsch von der Universität Jena findet Schwankungen von 18 Prozent normal, weil die Verfahren der Nährstoffanalyse früher ungenauer waren. Den größten Vitaminverlust verursachen die Verbraucher jedoch selbst. So verlieren Obst und Gemüse durch Kochen, Braten oder Backen zwischen 20 und 50 Prozent dieser wertvollen Inhaltsstoffe. Wer die erhalten will, sollte möglichst erntefrische Produkte kaufen und sie noch am selben Tag verzehren. Gemüse sollte nicht gewässert und am besten in einem dunklen und kühlen Raum gelagert werden. Beim Garen sollte man möglichst wenig Wasser verwenden und bei tiefgefrorenem Obst und Gemüse erhalten luftdichte Verpackungen die Vitamine am besten. 22. April 2003 - Spendenbereitschaft der Deutschen ist deutlich gestiegen Bonn (AP) Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Das durchschnittliche Spendenvolumen habe sich gegenüber 2001 um elf Prozent erhöht, teilte der Deutsche Spendenrat am Dienstag in Bonn mit. Dies sei das Ergebnis einer Frühjahrsumfrage unter den 53 Mitgliedern, von denen etwa 50 Prozent Angaben gemacht hätten. Die meisten davon engagieren sich laut der Interessenvertretung im Tierschutz und bei der humanitären Hilfe. Die Organisationen, die eine spürbare Erhöhung der Spendeneinnahmen verzeichneten, hätten dies unter anderem auf die Transparenz bei der Verwendung des Geldes zurückgeführt. "Wir fordern ja auch, dass nur dann gespendet wird, wenn man genau weiß, was mit dem Geld passiert", erklärte der Geschäftsführer des Spendenrates, Bernd Bender. Auch eine Professionalisierung beim Einwerben der Spenden sei als Grund für höhere Einnahmen genannt worden. Die Organisationen, bei denen weniger Spenden als im Jahr zuvor eingegangen seien, hätten den Grund vor allem in der Hilfe für die Hochwasser-Opfer gesehen, hieß es in der Mitteilung. Die Darstellung der Flutkatastrophe in den Medien habe andere gemeinnützige Zwecke im Bewusstsein der Öffentlichkeit stark zurückgedrängt. 22. April 2003 - Verfressener Seehund Andre hält schottische Fischer zum Narren Edinburgh (AFP) - Ein zwei Jahre alter, 100 Kilogramm schwerer Seehund mit Namen Andre hält mit seiner Verfressenheit seit Monaten Fischer und Tierschützer an der schottischen Westküste auf Trab. Der Seehund hat nach Angaben der Schottischen Gesellschaft für Tierschutz (SSPCA) in den kalten Gewässern eines Flusses in der Nähe des Lomond-Sees sein Domizil bezogen. Seine Lieblingsspeise sind zum Leidwesen der örtlichen Fischer Lachse. Die um ihre Fischbestände bangenden Anwohner wollten dem grauen Riesen bereits mit Schusswaffen zu Leibe rücken. Engagierte Tierschützer, die zur Besänftigung der aufgebrachten Fischer eine offizielle Aufenthaltsgenehmigung für Andre erwirkt hatten, versuchten bisher vergeblich, ihn mit sanfteren Methoden zum Umzug zu bewegen. Zuletzt gaben am Montag Taucher nach stundenlanger Suche ihr Vorhaben auf, den Gourmet in ihre Netze zu locken. Bis zum Wochenende sollten keine neuen Umzugsversuche mehr unternommen werden, sagte eine SSPCA-Sprecherin: "Wir wollen ihm die Zeit geben, die Netze und die Taucher zu vergessen." Eine Hoffnung bleibt den Tierschützern: "Andre ist jetzt in einem Alter, in dem er anfängt sich für Mädchen zu interessieren. Mit etwas Glück verlässt er dann ganz von selbst den See." 18. April 2003 - Ecuador: Pipelinebruch verursacht Ölkatastrophe in Naturschutzgebiet (GlobalAware) Ecuadors Umweltschützer hatten vor der Katastrophe gewarnt. Doch der Pipelinebruch am 8. April 2003 übertraf selbst ihre Befürchtungen. In den Morgenstunden des 8. April barst die 30 Jahre alte Ölpipeline SOTE oberhalb des Andenortes Papallacta. Mindestens 8.000 Barrel (1,5 Million Liter) Öl ergossen sich in den Fluss Sucus-San und in den weiter unten gelegenen Papallacta-See. Die schwarze Brühe bedeckt inzwischen 70 Prozent der Lagune, aus der die Hauptstadt Quito mit Trinkwasser versorgt wird. Über die Ursachen des Unglücks kursieren unterschiedliche Versionen. Die staatliche Betreibergesellschaft der SOTE-Pipeline, PetroEcuador, macht das Ölkonsortium "OCP" für den Bruch verantwortlich. Nach Angaben ihres Präsidenten haben schwere Baufahrzeuge der OCP das Bersten verursacht. Die OCP errichtet in nächster Nähe zur alten SOTE-Pipeline eine zweite und sowohl in Ecuador als auch in Deutschland umstrittene Schwerölpipeline. Diese wird von der westdeutschen Landesbank, WestLB, finanziert. Sprecher der OCP wiesen die Vorwürfe jedoch zurück. Laut ihren Angaben seien die Bauarbeiten an der Pipeline schon vor einem Jahr abgeschlossen worden. Die Unglücksstelle liegt jedoch an einer von vielen schweren Baufahrzeugen frequentierten Baustellenzufahrt der OCP. Genau an der Unglücksstelle überquert diese Zufahrt die in den Boden eingegrabene SOTE-Pipeline ohne dass besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen wurden. Der Unglücksort befindet sich in Paramo in ca. 3.500 Meter Höhe im Cayambe-Coca Naturschutzgebiet. Das ausgelaufene Öl verursachte ein Fisch- und Vogelsterben. Auch seltene Entenarten waren von dem Unfall betroffen. Im Papallactasee leben Flussenten, Andenmöwen und Chipilos, eine aquatische Vogelart. Der See dient als Trinkwasserreservoir für die eine Autostunde entfernt liegende Millionenmetropole Quito. Die Hauptstadt muss nun aus dem Stausee Salve Faccha versorgt werden. Wann der Papallactasee wieder als Trinkwasserquelle genutzt werden kann, ist nicht abzusehen. Die Schutzmaßnahmen haben sich als unzureichend erwiesen. Die ausgebrachten Ölsperren konnten das Rohöl nicht aufhalten. Über dem See liegt eine giftige Dunstglocke, zwei Ingenieure mussten mit Erstickungssymptomen bereits ins Krankenhaus eingeliefert werden. "Das ist genau die Katastrophe vor der wir immer gewarnt haben", kritisiert Ute Koczy, Vorsitzende des Eine-Welt-Ausschusses im NRW-Parlament die unzureichenden Schutzmaßnahmen. Auf einer Reise im März 2002 hatte die grüne Politiker mit Entsetzen registriert, dass die OCP-Pipeline den Papallactasee in einem Abstand von lediglich 50 Metern passieren soll. "In Deutschland dürften hier nicht einmal Kühe grasen", sagte sie. Reinhard Loske, stellvertretender Vorsitzender der Grünen im Bundestag fordert eine Überprüfung der Trassenführung. In Richtung WestLB sagte er gegenüber Spiegel online: "Die Bank setzt ihren Ruf und den Ruf des Landes Nordrhein-Westfalen aufs Spiel, wenn sie nach dem Öl-Unfall weitermacht, als sei nichts geschehen." Eine Kritik, die bei der WestLB kaum auf fruchtbaren Boden fallen dürfte. Bisher jedenfalls zeigten sich ihre Vertreter als ausgesprochen beratungsresistent. Als der ehemalige Weltbankmitarbeiter Robert Goodland auf einer Anhörung des Eine-Welt-Ausschusses im März 2003 der Bank einen Aktionsplan unterbreitete, um die größten Risiken der im Bau befindlichen Ölpipeline zu minimieren, ließ ihr Vertreter wissen, man werde die Vorschläge prüfen - zu gegebener Zeit. Diese kontinuierlich an den Tag gelegte Überheblichkeit bringt inzwischen selbst Vertreter der CDU-Fraktion in Rage. Einer ihrer Vertreter: "Die WestLB sitzt auf einem ziemlich hohen Ross." Sollte sich die Schuld der OCP am Bruch der Pipeline erhärten, wäre dies bereits der zweite Ölunfall, für den das Konsortium aus privaten Ölgesellschaften die Verantwortung trüge, obwohl noch kein einziger Barrel Öl durch die neue Pipeline gepumpt wurde. Zum ersten Unfall war es am 1. März beim Probebetrieb in der Pumpstation von Lago Agrio, dem Ausgangsort der Pipeline, gekommen. Nach Angaben der Umweltorganisation "Urgewald" waren rund 60 Barrel Öl ausgeflossen und hatten die Trinkwasserversorgung von 200 Familien vergiftet. Weitere Infos zur Erdölförderung in Ecuador und zum Streit um die OCP-Pipeline finden Sie unter www.GlobalAware.de Ein Dossier mit Texten, Graphiken und einer Diashow ist auch auf CD-ROM erhältlich, Kostenpunkt 10 Euro plus Versandkosten. Das Bestellformular finden Sie ebenfalls unter www.GlobalAware.de 18. April 2003 - Elfenbeinhandel: Spiel mit dem Feuer (Pro Widlife) In wenigen Tagen sollen die Konditionen für die umstrittene Freigabe des Elfenbeinhandels festgelegt werden. Vom 22.-25. April tagt der Ständige Ausschuss des Washingtoner Artenschutzübereinkommens WA in Genf. Bei der letzten WA-Tagung im November hatten drei Staaten den Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen durchgesetzt - In Genf sollen nun Rahmenbedingungen für den Verkauf festgelegt werden, um eine Eskalation von Wilderei und Elfenbeinschmuggel zu verhindern. Artenschützer bezweifeln allerdings die Umsetzung ausreichender Sicherheitsvorkehrungen und lehnen den Elfenbeinhandel ab: "Die Behauptung, der Elfenbeinhandel sei kontrollierbar, wird durch alle Erfahrungen der Vergangenheit widerlegt", so Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. "Nachdem die WA-Konferenz den Verkauf bereits in Aussicht gestellt hat, gilt es nun, das Schlimmste zu verhindern. " Der Ständige Ausschuss muss einen Notfallmechanismus festlegen und sicherstellen, dass alle Auflagen eingehalten werden. "Beim ersten Anzeichen für einen Anstieg von Wilderei oder Elfenbeinschmuggel muss der Handel sofort unterbunden werden", so die PRO WILDLIFE Expertin. Deutschland wird als Vertreter Europas beim Ständigen Ausschusses teilnehmen. Als Konsequenz aus verheerender Wilderei und dem Zusammenbruch vieler Elefantenbestände in Afrika erließ das WA 1989 ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein. Im Jahr 1997 setzten drei südafrikanische Länder erstmals wieder einen "einmaligen" Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen durch, der 18 Monate später stattfand. Offizielle Daten belegten seither bereits einen Anstieg des Elfenbeinschmuggels in Afrika und Asien. Dennoch wurde auf der letzten WA-Konferenz erneut drei südafrikanischen Staaten (diesmal Botsuana, Namibia und Südafrika) der Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Stoßzähnen ab Mai 2004 in Aussicht gestellt: Der Ständige Ausschuss des WA soll nun in Genf die Bedingungen festlegen, unter denen der Elfenbeinhandel kontrolliert stattfinden kann. Die Handels- und Verarbeitungskette für Elfenbein (vom Stoßzahn bis zur Schnitzerei) bietet zahlreiche Möglichkeiten, Schmuggelware in den legalen Handel einzuschleusen. In den 70er und 80er Jahren, als der Elfenbeinhandel noch nicht verboten, aber theoretisch kontrolliert war, fielen deshalb Hunderttausende Elefanten der Wilderei zum Opfer. Um dies zu verhindern, sind strenge Kontrollen nötig. Artenschützer fordern zudem ein lückenloses Registrierungssystem, das es ermöglicht, die Herkunft der Elfenbeinprodukte bis zum Rohelfenbein und dessen Ursprungsland zu verfolgen und so legales von illegalem Elfenbein zu unterscheiden. Doch bisher fehlen solche Sicherheitsvorkehrungen. Artenschutzorganisationen kritisieren jedoch mangelnde Kontrollen und die unzureichende Gesetzeslage im wahrscheinlichsten Absatzland Japan. Doch auch Exportstaaten stehen in der Kritik - insbesondere Südafrika, das die Bestimmungen des WA bis heute nicht in nationales Recht umgesetzt hat. Selbst wenn ein lückenloses Kontrollsystem existieren würde, rechnen Experten damit, dass Wilderer wieder verstärkt Jagd auf das nun wieder lukrative Elfenbein machen werden: Elefanten bieten den mit modernen Waffen ausgerüsteten Wilderern ein leichtes Ziel - und die staatlichen Wildhüter sind kaum in der Lage, die Herden effektiv zu schützen. Um im Falle einer erneuten Eskalation der Wilderei den Handel notfalls stoppen zu können, sollen deshalb zwei Datenbanksysteme das Ausmaß von Wilderei und Schmuggel registrieren. Doch ein solcher Notfallmechanismus existiert heute ebenso wenig wie Daten eines dieser Kontrollsysteme. Das System MIKE (Monitoring of Illegal Killing of Elephants) hat bereits Millionen Dollar verschlungen, ohne zuverlässige Daten liefern zu können. Solche Daten wären allerdings nach einem Entschluss der WA-Staaten Voraussetzung für jeglichen Elfenbeinhandel. Wie diese Daten allerdings genau aussehen sollen, in welchem Umfang und in wie vielen Regionen Afrikas und Asiens sie erhoben werden, blieb jedoch offen. "Statt abzuwarten, bis tatsächlich verwertbare Daten vorliegen und Kontrollen etabliert sind, haben die Vertragsstaaten im November unter dem Druck der Handelsländer völlig übereilt die Weichen für den Elfenbeinverkauf gestellt. Der Ständige Ausschuss muss jetzt dafür sorgen, dass die angekündigten Kontrollen nicht zur Farce verkommen - die Folgen für Elefanten in Afrika und Asien wären fatal", so die PRO WILDLIFE Sprecherin. PRO WILDLIFE fordert auch die EU zu mehr Engagement für die Elefanten auf: "Die 15 EU Länder haben mit ihrer Enthaltung bei der Abstimmung im November die Freigabe des Elfenbeinhandels erst ermöglicht. Deshalb sind sie jetzt besonders in der Pflicht, sich für maximale Sicherheitsvorkehrungen einzusetzen", so Daniela Freyer von PRO WILDLIFE. Hätten die EU-Länder bei den Anträgen von Botsuana, Namibia und Südafrika mit Nein gestimmt, wären diese abgelehnt worden. 18. April 2003 - Fast 30 Grindwale vor Küste Floridas gestrandet Florida (AP) Vor der Küste Floridas sind am Freitag mindestens 26 Grindwale gestrandet, zwei von ihnen waren bereits tot. Die Wale seien in zwei Gruppen im flachen Wasser acht Kilometer nördlich von Big Pine Key angetrieben worden, teilten die Behörden mit. 30 Mitarbeiter der Küstenwacht und von Naturschutzgruppen nahmen sich der überlebenden Wale an. "Wir versuchen, es ihnen so gemütlich wie möglich zu machen, bis wir einen Rettungsplan haben", sagte Laura Engleby. Es sei sehr schwierig, die Wale in tieferes Wasser zu bringen. Zu den gestrandeten Gruppen gehören sowohl ausgewachsene Tiere bis zu vier Metern Länge und mehreren Tonnen Gewicht als auch junge Walkälber. 20. April 2003 - Hilfe für abgemagerte Tiere im Zoo von Bagdad eingetroffen Bagdad, 20. April (AFP) - Die ausgehungerten Tiere im kriegsbeschädigten Zoo von Bagdad haben am Sonntag erstmals seit langem wieder genug zu Fressen bekommen. Ein Konvoi mit Obst, Gemüse, Fleisch und Trockenfutter aus Kuwait habe unter Geleitschutz der alliierten Streitkräfte die irakische Hauptstadt erreicht, teilte das US-Zentralkommando am Sonntag in Bagdad mit. Das frische Futter soll für die kommenden zwei Wochen reichen, die Trockenprodukte sichere die Versorgung für einen Monat. Die Tiernahrung sei nach einer Anfrage der Zooverwaltung von der kuwaitischen Regierung gestiftet worden. Das 13-jährige Wirtschaftsembargo gegen Irak und der Krieg hatten dem öffentlichen Zoo und seinen Bewohnern schwer zugesetzt. Im Kampf um Bagdad war der Tierpark zum Schlachtfeld geworden. Zwischen verängstigten Tieren hatte die irakische Armee Artilleriegeschütze aufgestellt. Nach der Einnahme der Hauptstadt hatten US-Soldaten den abgemagerten Tiere Teile ihrer eigenen Verpflegung abgegeben. Der Sohn des entmachteten Staatschefs Saddam Hussein, Udai, hatte dem städtischen Zoo vor einiger Zeit zwei Tiger und fünf Löwen geschenkt. Er galt als Tiernarr. 21. April 2003 - BUND kündigt Klage gegen Olympia-Bauvorhaben in Naturschutzgebieten an Leipzig (ddp-lsc). Nach der Nominierung Leipzigs zum deutschen Olympiabewerber 2012 kündigt der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gerichtliche Schritte gegen den möglichen Bau von Straßen und Sportstätten in Naturschutzgebieten an. Nach derzeitiger Konzeption sei von den olympischen Bauvorhaben besonders der unter Schutz stehende Leipziger Auenwald betroffen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des BUND Leipzig, Burghard Meyer, der Nachrichtenagentur ddp in der Messestadt. Vor allem Pläne, durch dieses Gebiet ein Ringstraße zu bauen, werde sein Verband "bis aufs Letzte bekämpfen". Nach Meyers Worten hat die Bebauung und Versiegelung von Teilen der Auenwälder besonders negative Folgen für den dortigen Amphibienbestand. Der Lebensraum beispielsweise von Kröten und Fröschen würde dadurch drastisch verkleinert. Zudem seien die derzeitigen Pläne, wonach inmitten eines Überschwemmungsgebietes eine Arena entstehen soll, aus Sicht des Hochwasserschutzes wenig durchdacht, kritisierte Meyer. Viel sinnvoller sei es stattdessen, etwa Flächen in der Nähe der verkehrstechnisch sehr gut angebundenen Messe oder auch innerstädtische Brachen für den Bau von Sportstätten zu nutzen. Zu den Erfolgsaussichten einer Klage äußerte sich der Umweltschützer optimistisch. Der Gang vor Gericht habe bereits bei der von der Staatsregierung beplanten Abholzung der Leipziger Deiche Anfang des Jahres Wirkung gezeigt. 21. April 2003 - Mehr Platz für Chinas Pandas in neuen Schutzgebieten Frankfurt (ots) - Die chinesische Regierung hat fünf neue Schutzgebiete für Pandas im Qinling Gebirge ausgewiesen. Durch die neuen Reservate im Zentrum des Landes stehen den seltenen Bambusbären dort jetzt mit 334.000 Hektar annähernd doppelt so große Rückzugsgebiete zur Verfügung. "Dadurch steigt die Überlebenschance für die seltenen Pandas", erläutert Susanne Honnef vom WWF Deutschland. Wichtig sei vor allem, dass die bereits bestehenden Gebiete durch Waldkorridore verbunden würden. Nur so könne Inzucht vermieden und ein überlebensfähiger Bestand der schwarz-weißen Bären gesichert werden. Den grünen Korridoren kommt nicht nur für die Partnerwahl eine besondere Bedeutung zu, sie sind zudem für die Nahrungssuche entscheidend: Bambus, die Hauptnahrung der vegetarischen Bären blüht in wiederkehrenden Vegetationszyklen und stirbt danach ab. Über Millionen Jahre war diese natürliche Nahrungsverknappung kein Problem. Verblühte eine Bambusart, zogen die hungrigen Tiere einfach in andere Gebiete weiter. Inzwischen wurden solche Rückzugsgebiete durch Straßenbau, Abholzung und die Ausweitung landwirtschaftlicher Ackerflächen immer kleiner. Der WWF schätzt den Bestand an wild lebenden Pandas auf etwas mehr als 1000 Tiere. Sie leben isoliert voneinander in einem halben Dutzend Bergwäldern, zwischen denen es für die Tiere keine Verbindung gibt. Mit der Ausweisung neuer Waldkorridore können die Pandas künftig besser auf Brautschau gehen und bei Hungersnöten zu neuen Futterquellen umziehen. Der WWF freut sich über die neuen Schutzgebiete und erkennt sie als "Geschenk an die Erde" in einer Reihe besonders bedeutender Naturschutzinitiativen an. "Die chinesische Regierung ist mit dem Schutz der Bambuswälder auf dem richtigen Weg," unterstreicht Susanne Honnef, Artenschutzreferentin beim WWF. Anders als vielfach vermutet, sei die Abnahme der Panda-Bestände in der Wildnis nicht auf mangelnde Lust auf Sex zurückzuführen, sondern auf das rasante Abholzen ihrer Heimat. Obwohl die chinesische Regierung 1998 die Rodungen im südwestlichen Teil Chinas für zunächst zehn Jahre gestoppt habe, seien die schwarz-weißen Bären noch nicht über den Berg. Die Lage könnte sich entspannen, wenn die Chinesen ihre Ankündigungen wahr machen und weitere Gebiete unter Schutz stellen. Dem Qinling Gebirge kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Bergregion liegt sowohl geografisch als auch klimatisch im Zentrum Chinas. Die Wälder von hohem ökologischen Wert bieten nicht nur den Pandas Schutz, sondern auch einer Reihe weiterer bedrohter Arten wie dem Goldstumpfnasen-Affen, dem Takin seltenen Ibisen. 14. April 2003 - Durch Wilderei fast ausgerottet: Erstes Breitmaul-Nashorn im Nationalpark von Kenia geboren Meru/Hamburg (epd). Erstmals seit 20 Jahren ist im Meru- Nationalpark in Kenia wieder ein Breitmaul-Nashorn geboren worden. Das teilte der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) am Montag in Hamburg mit. Wilderer hatten in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Tiere bis auf ein Exemplar getötet. Erst nach dem Jahrtausendwechsel liefen umfangreiche Schutzmaßnahmen und Umsiedelungen an. Mittlerweile leben in ganz Kenia etwa 190 Breitmaul-Nashörner in verschiedenen Nationalparks und privaten Farmen. Den Angaben zufolge sind sie nach den Elefanten die größten lebenden Landsäugetiere. 10. April 2003 - Quecksilber könnte Rettung für Haie sein Palau/Karlsruhe (AFP) - Der Anblick der großen Grauen Riffhaie, die sich seit Ewigkeiten einmal im Jahr in einer Lagune vor Hawaii versammelten, ist Geschichte. Die einst als Gottheiten verehrten Fische sind zumindest dort längst ausgerottet. Zum Verhängnis wurden ihnen ihre Flossen, die ihnen oft bei lebendigem Leib abgehackt wurden, um in den Garküchen Asiens zu Suppen verkocht zu werden. "Haiflossen sind ein hochpreisiges Handelsgut geworden", sagt der US-Marinebiologe Phil Lobel. Er gründete nun auf der mikronesischen Insel Palau eine Organisation, die die Überfischung der Haie in der Region stoppen will. Im Wettlauf mit dem Artentod könnte die seit 200 Millionen Jahren exsistierenden Räuber paradoxerweise nun womöglich schützen, was Umweltorganisationen längst beklagen: Haie sind mit dem Umweltgift Quecksilber zum Teil extrem belastet. Vor allem Dritte-Welt-Länder haben Haie als Profitquelle entdeckt. Bei Preisen von bis zu 2300 Euro, die auf den Märkten Asiens für die Flossen eines einzigen Riesenhais gezahlt werden, ist das kein Wunder. Aber selbst die Flossen gewöhnlicher Haie, die weltweit bei der Jagd nach Thun- oder Schwertfisch als eigentlich unerwünschter Beifang miterbeutet werden, erzielen Höchstpreise. Der Grund: Haifischflossensuppe, die je Schale bis zu 100 Euro kosten kann, ist für Asiaten ein Symbol von Reichtum. 40 Haie müssen deshalb schon mal ihre Flossen für ein Hochzeitsbankett lassen und weit mehr sind es, wenn große Unternehmen zu Betriebsfesten einladen. 300.000 Kilogramm getrockneter Flossen werden deshalb allein in Hongkong jedes Jahr umgeschlagen; weltweit sterben rund 100 Millionen Hai. Unzähligen von ihnen werden oft bei lebendigem Leibe die Flossen abgehackt und die Tiere nach diesem sogenanten Finning für einen qualvollen Tod ins Meer zurückgeworfen. Wegen der Nachfrage in Asien hat sich der Weltexport an Haifischprodukten seit 1985 mehr als verdoppelt; die Zahl der Exportnationen stieg von 18 auf 40. Sie machen nach Schätzungen des US-Experten Samuel Gruber einen Jahresumsatz von rund 240 Millionen Euro. An diesem lukrativen Geschäft sind auch die weltweit arbeitenden Fangflotten der EU beteiligt: Allein Spanien exportierte im Jahr 2000 knapp eine Million Kilogramm Haiflossen nach Hongkong. Doch das Finning soll auf EU-Booten nun gestoppt werden. Das Europäische Parlament einigte sich vergangene Woche auf einen entsprechenden Beschlussvorschlag. Verbote zum Schutz der 60 kommerziell befischten Haiarten gibt es bereits in den Hoheitsgewässern zahlreicher Nationen. Doch weil sie kaum überwacht werden können und Handelsausfälle bislang durch immer neue Exportnationen mehr als ausgelichen wurden, gehen nun Tierschützer einen anderen Weg: Sie klären in den Konsumländern auf - und haben verblüffende Erfolge. Es ist allerdings nicht der Hinweis auf Artenschutz, sondern der auf die eigene Gesundheit, den sie sich dabei zunutze machen: Die US-Organistaion WildAid klärte im thailändischen Bangkok darüber auf, dass 70 Prozent der dort gehandelten Flossen mit dem Nervengift Quecksilber belastet sind und Spitzenwerte bis zum 42-fachen des international Erlaubten erreichten. Daraufhin ging der Suppen-Konsum schlagartig um die Hälfte zurück - und WildAid handelte sich von 15 Restaurants einen Prozess über rund zwei Millionen Euro Schadensersatz ein. Trotzdem ist Hongkong nun das Ziel solch einer Aufklärungskampagne. Auch deutsche Verbraucher könnten somit zum Schutz von Haien beitragen, wenn sie etwa auf Schillerlocke, Seeaal, Kalbfisch oder Seestör verzichteten. Unter diesen Phantasienamen kommt der ebenfalls bedrohte atlantische Dornhai auf den Markt. Weil der Fisch 70 Jahre alt werden kann, hat er viel Zeit, mit der Nahrung Quecksilber anzureichern. In Kanada werden deshalb Sportangler ausdrücklich gewarnt, Dornhaie zu essen, die größer als 60 Zentimeter sind. Solch eine Warnung ist hierzulande allerdings nicht bekannt: "Die Frage nach Grenzwerten ist eine politische, keine wissenschaftliche", heißt es dazu hinter vorgehaltener Hand in der Hamburger Bundesanstalt für Fischereiforschung. 8. April 2003 - Elefanten befreien Antilopen aus Gefangenschaft Eshowe (dpa) - Südafrikanische Elefanten haben eine eingesperrte Antilopenherde befreit. Naturschützer hatten die Antilopen in einem privaten Park bei Empangeni (130 Kilometer nordöstlich von Durban) zusammen getriebenen und für eine Umsiedlungsaktion in einer Art Gatter untergebracht, erklärte am Dienstag Umweltschützer Lawrence Anthony. Zur Überraschung der Umweltaktivisten tauchte plötzlich eine Gruppe von elf Elefanten auf und umkreiste das Lager. Anders als erwartet war die Gruppe nicht am Futter der Antilopen interessiert: Das Leittier näherte sich dem Tor der Einfriedung und öffnete es vorsichtig mit dem Rüssel. "In dem Moment merkten die Umstehenden, dass das keine Aktion für freies Futter, sondern in der Tat eine Befreiungsaktion war", sagte Lawrence. Die Elefanten sahen den Antilopen beim Verlassen des Gatters zu und trotteten dann ebenfalls davon. 8. April 2003 - Artenreichem Regenwald auf Sumatra droht Kahlschlag Frankfurt am Main (AP) Legale und illegale Rodung bedrohen nach Angaben des World Wildlife Funds (WWF) den Bestand des weltweit artenreichsten Dschungels Tesso Nilo auf Sumatra. In Indonesien und damit auch in Tesso Nilo werde Regenwald schneller vernichtet als überall auf der Welt, erklärte WWF-Tropenwaldexperte Martin Geiger am Dienstag in Frankfurt. Mit der Rodung des Waldes gehe auch der Lebensraum des Sumatra-Elefanten verloren. Um die Restbestände des Waldes zu schützen, fordert die Organisation, das Kerngebiet des Tesso Nilo zum Nationalpark zu erklären. Nach Angaben der Organisation schrumpfte der Wald, der den vom Aussterben bedrohten Elefanten und Sumatra-Tigern als ein wichtiges Rückzugsgebiet dient, seit 1985 um 62 Prozent. Auf Grund der Einschränkung ihres Lebensraumes wichen die Elefanten bei der Nahrungssuche immer mehr auf Plantagen und Siedlungen aus, so dass es immer wieder zu Zusammenstößen mit der Bevölkerung kommme, betont Geiger. Die Folge sei, dass immer mehr Tiere auch vergiftet oder gefangen genommen würden. Hauptgrund für den Kahlschlag seien in erster Linie die Rodungen für Palmöl und Papierindustrie, betont Geiger. Immer mehr Quadratkilometer des Regenwaldes wichen riesigen Plantagen. "Um den immensen Hunger nach billigem Holz, Papierzellstoff und Palmöl zu stillen, wird mit den Tesso-Nilo-Regenwäldern ein ökologisches Juwel durch den Schredder gejagt." Aber auch europäische Unternehmen und Banken seien auf Grund von Geschäftsbeziehungen zu den Unternehmen an der Umweltzerstörung des Tropenwaldes mitbeteiligt, betont der WWF-Experte. "Es gibt eine sehr enge Verknüpfung des deutschen Finanzsektors mit der Umweltzerstörung in Indonesien." Viele Konsumenten seien sich zudem gar nicht bewusst, dass sie mit dem Kauf von Papier oder Palmöl aus der Region zur Zerstörung des Regenwaldes beitrügen. Der WWF fordert von den indonesischen Behörden und der Provinzregierung, den Landnutzungsplan zu ändern und den gesamten Tesso Nilo Wald zum Schutzgebiet zu erklären. Außerdem müssten sowohl die lokale Papier-Zellstoffindustrie als auch deutsche Firmen und Konsumenten auf Rohstoffe und Produkte verzichten, die eine weitere Rodung des bedrohten Waldes zur Folge hätten. Von den Banken fordern die Umweltschützer, für die Kreditvergabe soziale sowie Umweltkriterien zu entwickeln und diese auch zu veröffentlichen. 6. April 2003 - Bestand der Menschenaffen in Westafrika auf die Hälfte gesunken Nairobi (dpa) - Für Menschenaffen könnte schon bald die letzte Stunde geschlagen haben. Der Bestand an Gorillas und Schimpansen ist selbst in einem ihrer letzten Rückzugsgebiete, den dichten Wäldern Westafrikas, in den vergangenen 20 Jahren dramatisch gesunken. Nach den Daten einer vom Fachjournal "Nature" (Online-Ausgabe, DOI: 10.1038/nature01566) veröffentlichten Studie von US-Forschern in Kongo-Brazzaville und Gabun drohen die Primaten in rund 30 Jahren nahezu auszusterben. Die zunehmende Erschließung und Abholzung der Wälder, die Jagd nach Buschfleisch und Trophäen und schließlich das tödliche Ebola-Virus hätten den Bestand im Dschungel des afrikanischen Äquators in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als halbiert. Bei gleich bleibender Verlustrate würde der Bestand der Schimpansen nach Schätzungen der Forscher in eineinhalb Generationen nahezu ausgerottet sein, der der Gorillas in zwei Generationen. "Die Wahrheit ist: Wenn wir nicht entschieden handeln, werden unsere Kinder in einer Welt ohne Primaten leben", warnen der Wissenschaftler Peter Walsh von der Universität Princeton und seine Kollegen. Da die Wälder Westafrikas als intakt gelten, sei die Misere der Menschenaffen lange Zeit unbeachtet geblieben. Doch die Bedrohung wachse. Die Experten drängen auf eine intensive Erforschung des Ebola-Erregers, der Mensch und Primaten bedroht. Sie fordern mehr Schutz für die Affen, insbesondere in Regionen, in denen Abholzung betrieben wird. Nach Ansicht der Autoren müssten Menschenaffen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) von bislang "gefährdeten Arten" auf "kritisch gefährdete" heraufgestuft werden. (siehe auch nächster Artikel) 6. April 2003 - Fünf vor Zwölf für die Verwandtschaft: Gorillasterben in Westafrika Nairobi (dpa) - Gerade verbreiteten Tierschützer vagen Optimismus für die Zukunft der Gorillas, da wird er wieder zunichte gemacht: Noch vor einem Jahr, zum 100. Jahrestag der Entdeckung des ersten Berggorillas durch den Deutschen Robert von Beringe, berichtete der Dian Fossey Gorilla Fund von einer leichten Erholung der Berggorillabestände in Ostafrikas Wäldern. Wenige Monate später veröffentlicht das Fachjournal "Nature" in seiner Online-Ausgabe die Hiobsbotschaft: Für die nahe Verwandtschaft des Menschen ist es fünf vor Zwölf. Holzabbau und Walderschließung, die Ausweitung menschlicher Siedlungen, die Jagd nach Fleisch und Trophäen und schließlich auch die für Menschen und Primaten tödliche Ebola-Seuche haben den Bestand von Menschenaffen in den Wäldern Westafrikas demnach in 20 Jahren auf die Hälfte des ursprünglichen Bestands reduziert. Schon in den 60er Jahren prophezeite die Gorilla-Forscherin Dian Fossey: "Nicht ein Jahrhundert werden die Primaten ihre Entdeckung durch den Menschen überleben." Die US-Studie gibt ihr fast Recht: In rund 30 Jahren, meinen der Primatenforscher Paul Walsh und sein Team, könnte ihr Anblick noch nicht einmal denen vergönnt sein, die bereits heute 250 Euro und mehr zahlen, um die faszinierenden Menschenaffen einmal im Leben in ihrer Natur betrachten zu dürfen. Im Dickicht des Odzala Nationalparks von Kongo-Brazzaville ist nach Warnungen der Forscher die weltweit größte Population an Flachlandgorillas vom Aussterben bedroht. Seit Jahresbeginn wurden dort nach Angaben lokaler Wildbehörden 800 tote Gorillas gefunden. Das sind vier Prozent der dort lebenden 20 000 Vertreter der Primaten. Sie verendeten am tödlichen Ebola-Virus, das seit seinem jüngsten Ausbruch in der Region schon mindestens 120 Menschen tötete. Ebola bildet nach Ansicht von Affen-Experten nur den Gipfel der Gefahren, die nach Informationen des Teams um Paul Walsh von der Universität von Princeton (USA) die Primatenpopulation in der Region in den vergangenen 20 Jahren halbiert haben. Weltweit etwa schrumpfte der Schimpansenbestand nach Experten-Schätzungen im vergangenen Jahrhundert von zwei Millionen auf rund 200 000. "Neben bewaffneten Konflikten in Ländern wie Burundi oder Ostkongo ist der Grund für diese Misere die menschliche Gier", schimpft Zoologin Annie Olivecrona, die ein Heim für gerettete Schimpansen in Kenia leitet. "Landerschließung für Straßen, Rohstoffabbau, illegale Abholzung - warum brauchen wir teure Mahagonimöbel, wenn wir wissen, dass dafür Regenwälder und somit die letzten Schutzräume der Primaten zerstört werden?" Nicht nur das, meinen Walsh und seine Mitstreiter. "Organisierte Jägertrupps nutzen die Wege und Fahrzeuge der Holzfäller, um in die dichten Waldregionen vorzudringen", schreiben sie. "Dann verkaufen sie das Buschfleisch an nahe gelegene Holzfällerdörfer oder in hunderte Kilometer entfernte Exportzentren." In den verarmten Buschdörfern ist Affenfleisch eine der wenigen Eiweißquellen. Gorillas und Schimpansen stehen ebenso auf dem Speiseplan der Waldbewohner wie Antilopen und Elefanten. Nach Informationen von Walsh kostet Buschfleisch dort ein Drittel von dem, was etwa Hühner-, Rinder- oder Schweinefleisch kosten würde. Anders in den großen Städten, wo das exotische Fleisch schon wieder als Luxusnahrung gilt. "Mit dem Wachsen der Mittel- und Oberschicht", sagt Olivecrona, "wächst auch der Hunger auf Affenfleisch." Ihrer Meinung nach kommt das Kannibalismus gleich. Zu zwischen 95 und 99 Prozent decken sich nach Erbgutanalysen die Gene von Mensch und Schimpansen. "Es gibt nichts Näheres", meint Olivecrona. Die Schimpansenheimleiterin weiß, dass täglich rund eine Tonne illegales Buschfleisch auf dem Londoner Flughafen Heathrow landet und von dort weitertransportiert wird. "Wären es Elefantenstoßzähne, würde die Welt zu Recht aufschreien - aber bei Affenfleisch..." 4. April 2003 - Tierschützer für kleine Osterfeuer - Rücksicht auf Jungvögel Gütersloh (dpa/lnw) - Kurz vor Beginn der Osterzeit machen Tierschützer auf die Gefahren von Osterfeuern für Vögel und andere Tiere aufmerksam. "Osterfeuer sollten nicht zu groß sein und das Holz sollte erst möglichst spät aufgeschichtet werden", sagte Anke Willers vom Arbeitskreis Tierschutz in Gütersloh in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Viele Menschen sammelten das ganze Jahr Holz und Sträucher im Garten, um es Ostern anzuzünden. "Wird das Holz in dieser Zeit nicht umgeschichtet, dann nisten sich dort Vögel ein. Viele Jungvögel können dann nicht rechtzeitig flüchten und verbrennen", sagt Willers. Neben den Osterfeuern seien auch fehlende Brutplätze und mangelnde Nahrung Gefahren für heimische Vögel. Viele Gärten seien zum Brüten und Aufziehen der Jungvögel ungeeignet. Die Tierschützer empfehlen daher "naturnahe Gärten". "Naturnah heißt, dass der Garten nicht zu gepflegt sein soll und das Laub und Äste zu einer Hecke geschichtet werden, in die sich Vögel zurückziehen können", sagte Willers. In einem solchen "unordentlichen" Garten fänden Vogelarten wie Kiebitze, Nachtigallen, Spechte und Meisen sowohl Unterschlupf als auch Nahrung. Da es in den gepflegten Gärten an alten und morschen Bäumen fehle, regen die Tierschützer außerdem an, Brutkästen aufzustellen. Diese dienten das ganze Jahr über als Schlafplatz für Vögel und schützten auch vor Frost. "Schon im Februar suchen sich viele Vögel ihren Brutplatz, deshalb sollten die Kästen möglichst früh aufgestellt werden", sagt Willers. "Auch für den Spatz, der auf der roten Liste der gefährdeten Tiere steht, wird die Suche nach einem Brutplatz von Jahr zu Jahr schwieriger", fügte sie hinzu. 4. April 2003 - Weniger Hasen und Kaninchen - Schwarzwild und Füchse im Übermaß Tübingen (dpa/lsw) - Ein starkes Auf und Ab bei Wildtierbeständen bereitet den Jägern in Baden-Württemberg weiterhin Sorgen. Das natürliche Gleichgewicht ist gestört, wie jüngste Jagdstrecken und Bestandserhebungen nach Ansicht der Jäger belegen. Verantwortlich seien verschiedene Ursachen. Nach den am Freitag in Tübingen vorgelegten aktuellen Zahlen des Landesjagdverband ist vor allem die Population von Feldhase, Fasan und Rebhuhn relativ niedrig. Die Bestände bei Schwarzwild und Fuchs werden dagegen weiterhin als zu hoch bewertet. Beim Feldhasen war die Strecke in dem erst kürzlich ausgewerteten Jagdjahr 2001/02 mit etwa 13 900 Abschüssen extrem niedrig. Nach Verbandsangaben wird der Hase mittlerweile in vielen Revieren total geschont. Experten haben hohe Verluste vor allem während der Fortpflanzung ausgemacht. Als eine Ursache des niedrigen Hasenbestandes gilt "die enorm hohe Fuchsdichte". "Reineke Voss" jagt seit jeher Hasen. Der Bestand bei den Hasen scheint sich aber langsam wieder zu erholen. Deutlich rückläufig ist die Strecke des reichlich vorhandenen Wildkaninchens, das derzeit unter der Chinaseuche leidet. Der Feldhasenbestand schwankt im Südwesten regional sehr stark. Jüngste Zählungen zeigen zum Beispiel äußerst geringe Hasendichten in Südbaden, Oberschwaben, auf der Schwäbischen Alb und in Hohenlohe. Dagegen ist der Hase am mittleren Oberrhein und um Stuttgart herum sehr reichlich vertreten. Die größte Hasendichte wurde sogar mitten in der Landeshauptstadt ermittelt - im Schloss- und Rosensteinpark. Bei einer Dichte von weniger als 20 Tieren je 100 Hektar im Herbst sollte dem Verband zufolge bei einer Gesellschaftsjagd die Freigabe begrenzt werden. Experten schätzen den Bestand, indem sie Hasen nachts mit Scheinwerfern aufscheuchen. Beim Fuchs verlangsamt sich der Streckenanstieg. Die Ausbreitung des Fuchsbandwurms wird weiterhin intensiv mit Abwürfen vergifteter Köder bekämpft. Etwa jedes dritte Tier ist von dem tückischen Bandwurm befallen. Die Sorge vor Tollwut bleibt, weil sie in den Nachbargebieten Südhessen und Bayern immer wieder auftritt. Bei Fasan und Rebhuhn sind die Jagdstrecken sehr niedrig geworden. Das Rebhuhn ist nach drastischen Bestandseinbrüchen wegen der Beutejäger Raubvögel, Fuchs und Marder sogar aus weiten Bereichen seines alten Verbreitungsgebietes verschwunden. Bei anhaltend ungünstigen Bedingungen samt Biotopmangel befürchten die Jäger noch mehr Verluste. Beim Schwarzwild erhöhte sich die Jagdstrecke um 25 Prozent auf einen Rekord von fast 39 000. Schäden in Äckern und Gärten sind weiterhin hoch; zudem verursachen Wildschweine immer häufiger Verkehrsunfälle. "Motor" der Zunahme ist nach Ansicht von Fachleuten die hohe Überlebensrate der Frischlinge. Der Verband verwies auf das große Engagement der Jäger beim Biotop- und Artenschutz. Nach einer Studie haben sie bundesweit in den Jahren 2000 und 2001 bei etwa 19 000 Maßnahmen in rund 7500 Revieren etwa 12 Millionen Euro aus eigener Tasche ausgegeben. Dazu gehörten die Anlage von rund 22 500 Hektar neuen Äsungsflächen, Feldgehölzen und Hecken sowie die Kleingewässerpflege. 4. April 2003 - Deutsche Papierindustrie mitschuldig an Kahlschlag von Urwäldern auf indianischem Land (Robin Wood e.V.)Heute haben Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen - darunter urgewald und ROBIN WOOD - mit einer symbolischen Abholzungsaktion des Bonner Hofgartens gegen die Kahlschläge in Kanadas Urwäldern und die Missachtung der Landrechte indianischer Völker protestiert. "Die deutsche Papierindustrie bezieht ungeachtet der Landrechtskonflikte und Schutzbemühungen noch immer Zellstoff aus den Urwäldern an Kanadas Westküste, obwohl sie sich vor zwei Jahren für den Schutz des dortigen Great Bear Rainforest ausgesprochen hat", erklärte Lydia Bartz von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald. Der Verband Deutscher Papierfabriken (VDP), der die Interessen von über 100 Unternehmen der Zellstoff und Papierbranche vertritt, ist aufgefordert zu seinem Wort zu stehen, den Great Bear Rainforest zu schützen und indigene Landrechte zu respektieren. In der Provinz British Columbia (BC) an der Westküste Kanadas liegt der Great Bear Rainforest. Er gehört zu den letzten unzerschnittenen Regenwäldern der gemäßigten Zone und bietet vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein letztes Rückzugsgebiet. Die dort lebenden Indigenen, wie das Volk der Nuxalk, kämpfen seit langem um ihre angestammten Landrechte. Nach der derzeit gültigen kanadischen Gesetzgebung sind sie die rechtmäßigen Besitzer dieses Landes. Trotzdem vergibt die kanadische Provinzregierung Einschlaglizenzen an internationale Holzkonzerne, die durch riesige Kahlschläge den Urwald und die Heimat der Indigenen zerstören. Verantwortlich ist auch die deutsche Papierindustrie, die ca. 20 Prozent ihres Importzellstoffs aus Kanada bezieht: "BC ist eine der wichtigsten Herkunftsregionen für den in deutschem Zeitschriftenpapier eingesetzten Zellstoff." (Zitat: VDP-Pressemitteilung, 4. April 2001). Chief Qwatsinas spricht für das Volk der Nuxalk: "Wir fordern von der deutschen Papierindustrie, dass sie keine Produkte aus dem Great Bear Rainforest kauft. Wir sind von den Wäldern als Nahrungsquelle abhängig, mit dem Einschlag durch die Holzkonzerne verschwindet auch unsere Lebensgrundlage." Das Abkommen zum Schutz dieses einmaligen Urwaldgebietes, das genau vor zwei Jahren am 4. April 2001 von der Provinzregierung, mehreren Holzkonzernen, vier Umweltorganisationen und einigen indianischen Völkern unterzeichnet wurde, hat den Great Bear Rainforest de facto nicht schützen können. Noch immer ist kein Urwaldgebiet im Great Bear Rainforest unter langfristigen Schutz gestellt worden, die Kahlschläge gehen weiter und die Landrechte werden nach wie vor missachtet. Rund 22 Millionen Kubikmeter Holz wurden auch im letzten Jahr an der Küste British Columbias "geerntet". Trotz geltendem Einschlagstopp markierte der Holzkonzern INTERFOR ein für die Indigenen heiliges Urwaldgebiet für den Kahlschlag. Die kanadische Umweltorganisation "Forest Action Network" entfernte diese Markierungsbänder und sandte sie nach Bonn ((link:http://www.fanweb.org/deflag.html)http://www.fanweb.org/deflag.html) Lydia Bartz von urgewald erläutert: "Die aus dem Great Bear Rainforest stammenden Markierungsbänder im Bonner Hofgarten beweisen: Landrechte un Schutzabkommen werden von den Holzkonzernen mit Füßen getreten. Der Kahlschlag geht weiter." Urgewald, ROBIN WOOD sowie der Arbeitskreis nördliche Urwälder (AKU) und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) fordern daher vom VDP, auf seine Mitgliedsunternehmen einzuwirken, dass sie keinen Zellstoff mehr aus Urwäldern, illegalen Quellen und Gebieten ungeklärter Landrechte beziehen. Eine erhöhte Einsatzrate von Altpapier, vor allem in Druck- und Schreibpapieren, ist eine Alternative. Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD, stellt klar: "VerbraucherInnen in Deutschland wollen kein Papier, in dem Urwald steckt und für das Landrechte missachtet werden. Die deutsche Papierindustrie muss sich endlich auf verantwortliches und nachhaltiges Handeln verpflichten. Der Schutz einmaliger Urwälder und die Anerkennung indigener Landrechte gehören unabdingbar dazu." 3. April 2003 - Grüne: Naturschutz konsequenz umsetzen! (Bündnis 90/Grüne)Vor einem Jahr ist in Deutschland ein modernes Naturschutzgesetz in Kraft getreten. Damit wurde eines der zentralen umweltpolitischen Versprechen von Bündnis 90/Die Grünen eingelöst. Nach unzähligen Jahren des Stillstands unter den Vorgängerregierungen wurden die grundlegenden rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dem Verlust an wild lebender Fauna und Flora, aber auch an genetischen Ressourcen landwirtschaftlicher Nutzpflanzen entgegenzuwirken. Damit ist dieses Thema aber nicht erledigt! Bis zum Jahr 2005 haben die Länder die Bestimmungen des Gesetzes in Landesrecht umzusetzen. Wir erwarten von ihnen, dass sie zügig die vom Bundesgesetzgeber eröffneten Chancen für einen modernen, kooperativen Naturschutz, eine nachhaltige Nutzung der Natur und den Erhalt der biologischen Vielfalt nutzen. Wir fordern die Länder eindringlich auf, jeden Versuch zu unterlassen, den Regelungsgehalt des neuen Bundesnaturschutzgesetzes auszuhöhlen. Wir lehnen die Bundesratsinitiative der CDU- und CSU-geführten Länder entschieden ab, die abweichend vom Bundesnaturschutzgesetz im Hinblick auf die Verbandsklage abweichende landesrechtliche Regelungen schaffen will. Sie geht von einem grundfalschen Verständnis von Bürgerbeteiligung, Bürgerrechten und Naturschutz aus, würde Naturschutzinteressen zurückdrängen und den demokratischen Rechtsstaat schwächen. Verzögerungen bei den Verkehrsplanungen lassen sich am besten dadurch vermeiden, dass frühzeitig die Belange des Naturschutzes berücksichtigt werden. Die Bundesregierung erfüllt tatkräftig die ihr aus dem neuen Gesetz erwachsenden Aufgaben. So werden für das Meeresgebiet zwischen 12 und 200 Seemeilen vor der Küste, die so genannte Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ), Meeresschutzgebiete sowie Vorranggebiete für den Aufbau von Offshore-Windparks ausgewiesen werden. Auch bei der anstehenden Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werden wir darauf achten, dass bei der Förderung erneuerbarer Energien, etwa von Windenergie- und Biogasanlagen, auch Kriterien einer natur- und umweltverträglichen Realisierung berücksichtigt werden - das dient der Natur, dem Klimaschutz und der Akzeptanz dieser Energieformen gleichermaßen. Wichtige Vorleistungen erbringt der Bund auch für die Realisierung des bundesweiten Biotopverbundes. Besonders bedeutsam ist die Erhaltung des "Grünen Bandes", d.h. der ökologisch wertvollen Flächen entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens. 3. April 2003 - Grüne: Waldschäden abwenden (Bündnis 90/Grüne) Gut 20 Prozent der Waldfläche sind seit 1995 unverändert deutlich geschädigt. Dieses Schadensniveau ist immer noch zu hoch - allen Fortschritten in der Luftreinhaltepolitik zum Trotz. Zwar gingen in den letzten zehn Jahren die Emissionen von Stickoxid um 41 Prozent, die von Ammoniak um 19 Prozent und die von Schwefeldioxid um 85 Prozent zurück. Aber vor allem die versauernde bzw. eutrophierende Belastung durch Stickoxide aus dem Verkehr und Ammoniak aus der Landwirtschaft ist für die Wälder immer noch zu hoch. Die Kosten für diese von der gesamten Gesellschaft hervorgerufenen Schäden tragen vor allem die Waldbesitzer. Wir müssen die Anstrengungen in der Luftreinhaltepolitik konsequent fortsetzen, insbesondere bei Stickoxiden, Ammoniak, Dieselruß und Lösemitteln. Aber auch die Klimaveränderungen sind eine Gefahr für die Wälder, denn bei steigenden Temperaturen verschiebt sich das ökologische Gleichgewicht. Die heutigen Wälder verlieren dann an ökologischer Stabilität. Auch deswegen muss die Politik der Energiewende konsequent vorangetrieben werden: weg vom Öl und hin zu den erneuerbaren Energien. Die Waldschäden und der Klimawandel machen aber auch eine naturnahe Waldwirtschaft um so dringender, denn naturnahe Wälder sind stabiler als Monokulturen. Deswegen planen wir, bei der Novelle des Bundeswaldgesetzes verbindliche Standards für eine naturnahe Waldwirtschaft festzulegen. Außerdem wollen wir Anreize für eine Waldwirtschaft setzen, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus geht. Die FSC-Zertifizierung der Bundesforsten muss zügig umgesetzt und die Holzbeschaffung des Bundes nach ökologischen Kriterien ausgerichtet werden. Darüber hinaus geht es uns darum, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Forstwirte zu verbessern. Dem dient die verstärkte Förderung der Nutzung von Holz als erneuerbare Energiequelle. Außerdem planen wir, mit der Novellierung des Bundesjagdgesetzes dafür zu sorgen, dass die Verbissschäden durch waldökologisch tragfähige Schalenwilddichten vermindert werden. 2. April 2003 - Mehr Natur in die Stadt: BUND und Deutsche Post starten Projekt "Klimaoase" (BUND) Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Post starten heute in Berlin die Aktion "Klimaoase" für mehr Lebensqualität in der Stadt. Damit werden in den kommenden Monaten Umweltprojekte gefördert, die mehr naturnahes Grün in die Städte bringen. Die Auswahl erfolgt durch ein Auswahlgremium von BUND und Deutsche Post in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen. Neben Berlin sind auch Projekte in anderen deutschen Städten vorgesehen. Die Deutsche Post stellt dafür einen Betrag in Höhe von 250.000 Euro zur Verfügung. "Die Aktion "Klimaoase" bietet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit dem BUND Umweltprojekte zu fördern, um Städte lebens- und liebenswerter zu machen. Als führender Logistikkonzern und einer der größten zivilen Fuhrparkbetreiber in Deutschland zeigen wir damit einmal mehr Verantwortung für den Umweltschutz.", so Dr. Monika Wulf-Mathies, Leiterin des Zentralbereichs Politik und Umwelt der Deutschen Post. Für den BUND ist die Kooperation mit der Deutschen Post eine wichtige Unterstützung, um städtische Naturprojekte voranzubringen. "Eine ausreichende Versorgung mit Grünflächen, die Vielfalt von Pflanzen und Tieren, ein günstiges Stadtklima, all das sind entscheidende Faktoren für die Lebensqualität in unseren Städten", sagte Dr. Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer, bei der Auftaktveranstaltung in Berlin. Der BUND will Schmetterlingswiesen, Teichanlagen, Kinderwaldprojekte und andere "grüne Inseln" in Städten fördern und in unterversorgten Stadtbezirken ausbauen. "Diese Flächen sind wichtig für die Erholung der Menschen und als Oasen für die Natur. Besonders für Kinder ist es schön, wenn sie mitten in der Stadt raus in die Natur können", so Timm weiter. Für die Deutsche Post ist das Projekt "Klimaoase" ein weiterer Baustein ihres Umweltengagements. Andere Maßnahmen betreffen z.B. die Senkung des Schadstoffausstoßes des Fuhrparks durch ein systematisches Spritspartraining für die Zusteller oder die Anschaffung moderner emissionsarmer Fahrzeuge. Weitere betriebliche Maßnahmen sind auf die Reduzierung des Energieverbrauchs in den Produktionsstätten gerichtet. Auf der Grundlage der vom Vorstand verabschiedeten umweltpolitischen Leitlinien wird der Konzern im Mai diesen Jahres erstmals der Öffentlichkeit einen Umweltbericht vorlegen. Speziell für das private Grün im Blumentopf oder dem Balkonkasten bietet die Deutsche Post in ihren 3000 größten Filialen im April, Mai und Juni eine Frühlingsgrußkarte an, die Blumensamen enthält. "Eine gute Gelegenheit, Freunden und Verwandten einen Brief zu schreiben und ihn mit Blumengrüßen zu verbinden", betont Dr. Monika Wulf-Mathies. 2. April 2003 - Versuchstier des Jahres gekuert: die Goldorfe (Bundesverband der Tierversuchsgegner) Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte hat auf Vorschlag des Mitgliedsvereins animal 2ooo jetzt erstmalig das Versuchstier des Jahres ernannt. Die Goldorfe ist das Versuchstier 2003, da dieser Fisch noch immer zur Ermittlung von Abwassergebühren vorgeschrieben ist, obwohl es eine wissenschaftlich anerkannte und genormte tierversuchsfreie Ersatzmethode gibt. Wie der soeben erschienene Tierschutzbericht der Bundesregierung bestätigt, stehen im Bereich Tierversuche zahlenmäßig Fische an dritter Stelle, das heißt mehr als 300.000 Fische sterben jährlich im Tierversuch. Unter ihnen die orange-roten Goldorfen, die zur Ermittlung der Giftigkeit von industriellem Abwasser und daraus der Abwassergebühren eingesetzt werden. Und das, obwohl es mit dem so genannten Fischei-Test, der diese Untersuchungen in einem frühen Stadium an befruchteten Fischeiern möglich macht, eine anerkannte und seit September 2001 nach DIN genormte Ersatzmethode gibt. Das Tierschutzgesetz verbietet in § 7 Tierversuche, wenn es Verfahren ohne den Einsatz von Tieren gibt. Die Abwasserverordnung erlaubt mittlerweile zwar die Anwendung der Ersatzmethode, verbietet jedoch nicht den Tierversuch. Das Abwasserabgabengesetz ist noch gar nicht geändert und verlangt den Tierversuch zwingend. "Diese systematische Vergiftung von Zigtausenden von Fischen zur Gebührenermittlung ist eindeutig verfassungswidrig," meint Dr. Pedro de la Fuente, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte. Die Tierschützer fordern daher von dem zuständigen Bundesminister Jürgen Trittin, umgehend für die Beendigung der Goldorfen-Tests zu sorgen. "Vor wenigen Tagen hat Ministerin Künast erklärt, sich künftig verstärkt für den Ersatz von Tierversuchen einzusetzen. Sie sollte bei ihrem Kollegen Trittin gleich den Anfang machen," betont de la Fuente. 2. April 2003 - NABU begrüßt Willen zur Nachhaltigkeit bei deutschen Olympia-Bewerbungen (NABU) Der Naturschutzbund NABU hat die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in den Konzepten der fünf deutschen Bewerberstädte für die Olympischen Spiele 2012 begrüßt. "Die Olympischen Spiele 2012 könnten ihrem Vorbildcharakter entsprechend neue, positive Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Völkerverständigung setzen", sagte Christian Unselt, amtierender Präsident des NABU. Dazu müsse das Nationale Olympische Komitee (NOK) die Anforderungen an die nachhaltige Ausrichtung der Spiele bei der Auswahl der Bewerber mit deutlicher Gewichtung einbeziehen. Am 12. April entscheidet das NOK, ob Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf Rhein-Ruhr, Leipzig oder Frankfurt/M. in die internationale Bewerbung gehen soll. Mehrere NABU-Landesverbände hätten sich inhaltlich schon frühzeitig in die Bewerbungen der jeweiligen Städte eingebracht und Nachhaltigkeitskonzepte für die Olympischen Spiele entwickelt. "Die vom NABU als Basis für jede Bewerbung geforderten Umweltleitlinien können die Weichen für eine umwelt- und sozialverträgliche Planung und Durchführung der Olympischen Spiele 2012 stellen", erklärte Unselt. Kernpunkte dieser Leitlinien seien die Verwirklichung des "Eine-Welt-Gedanken" durch Sport- und Baumaterial aus fairem Handel und die Förderung von Agenda-21-Projekten in Entwicklungsländern, ein so genannter "Netto-Null-Flächenverbrauch", der Einsatz von Energiespartechniken und erneuerbaren Energien, das Abwickeln des Besucherverkehrs über öffentliche Verkehrsmittel sowie ökologisches Bauen und Wohnen . Außerdem sollte die Versorgung mit Lebensmitteln bei den Olympischen Spielen vorzugsweise mit ökologisch und regional erzeugten Produkten oder Erzeugnissen aus fairem Handel gewährleistet werden. "Der NABU begrüßt es außerordentlich, dass das Internationale Olympische Committee (IOC) die Verantwortung des Sports für die Umwelt neben den sportlichen und kulturellen Zielen zur dritten Säule der olympischen Bewegung erklärt hat", sagte Unselt. Dies erfordere aber auch, dass das IOC gegenüber seinen Vertragspartnern konsequent auf die Einhaltung der erarbeiteten Umweltleitlinien als Mindestanforderung besteht. |