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7. August 2003 - Neue Insel zwischen Juist und Borkum soll Vögeln und Robben vorbehalten bleiben (WWF) Die neue Insel, die sich zwischen den beiden ostfriesischen Nordseeinseln Juist und Borkum aus den Fluten erhebt, ist zwar keine drei Quadratkilometer groß - dennoch setzen viele Nordlichter große Hoffnungen in die so genannte "Kachelotplate". Nach Ansicht des WWF bietet die kleine Insel im Niedersächsischen Wattenmeer große Chancen für den Naturschutz: Bereits jetzt nutzen Hunderte von Seehunden und die selten gewordenen Kegelrobben die Sandbänke als "Sonnenbank" und Kinderstube. Zahlreiche Seevögel wie Möwen, Kormorane und Austernfischer lassen sich hier nieder, auch erste Bruterfolge hat es auf der neuen Insel bereits gegeben. Doch noch hat das kleine Eiland die Nagelprobe nicht bestanden: Erst müssen die Dünen, auf denen bereits Pionierpflanzen wie die Strandquecke wachsen, die kommenden Herbst- und Winterstürme überstehen. "Wenn die Insel tatsächlich längere Zeit stabil bleibt, können dort sogar die stark gefährdeten Seeregenpfeifer und Seeschwalben brüten", hofft WWF-Wattenmeerexpertin Birgit Weerts. Beide Vogelarten sind auf ruhige Strände mit großen Muschelfeldern angewiesen, um ihre Eier ablegen zu können. Bedingungen, die die Vögel auf den übrigen Nordseeinseln zwischen hunderten Strandkörben kaum noch vorfinden. Prognosen, dass sich das Eiland zu einem Ausflugsziel mausern könne, hält Weerts für völlig überzogen: "Wo nach jahrzehntelanger Entwicklung erste Dünen entstehen, auf denen sich gerade einmal erste Strandqueckenbüschel halten können, ist noch lange kein Platz für Imbissbuden und Souvenirshops!" Stattdessen plädiert die Umweltschützerin dafür, die Insel ausschließlich der heimischen Tier- und Pflanzenwelt vorzubehalten. "Wenn hier kein Mensch die Ruhe stört, werden sich die Seehunde und Brutvögel weiterhin pudelwohl fühlen", so Weerts. Die Kachelotplate biete einen ausgezeichneten Rastplatz für diverse Zugvögel wie Knutts, Schnepfen und Alpenstrandläufer, die das Wattenmeer bei ihren Reisen zwischen Sibirien und Südafrika als Zwischenstation nutzen. Bedenklich stimmt Weerts das große öffentliche Interesse an der neuen Ostfrieseninsel. Die WWF-Expertin befürchtet, dass sich in den Sommermonaten zahlreiche Neugierige in Paddel- oder Ausflugsbooten der Insel nähern und so die hier rastenden Seevögel, Kegelrobben und Seehunde stören. Die Kachelotplate hat sich seit den siebziger Jahren aus einer kleinen Sandbank gebildet. In dreißig Jahren hat sich dort so viel Sand angehäuft, dass man mittlerweile von einer Insel sprechen kann. Der Sand stammt großenteils von den westlich gelegenen Nachbarinseln. Er wird durch die Strömung von den Westküsten der Inseln abgetragen und nach Osten weiter transportiert. Während der Sand früher auf der Insel Juist landete, wuchs die ehemalige kleine Sandbank aufgrund veränderter Strömungen zu einer "richtigen" Insel heran. Die ersten Gräser, die hier wachsen, wirken als natürlicher Sandfang und stabilisieren die Landfläche. Bei mittlerem Hochwasser ragt das Inselchen bereits zwei Meter hoch aus den Fluten. Die Bedeutung des Namens "Kachelot" stammt vom französischen "cachalot" - zu deutsch: Pottwal. Man vermutet, dass einst ein Pottwal auf einer der ostfriesischen Inseln gestrandet war und die ersten Sandkörner der heutigen Kachelotplate nach diesem Ereignis benannt wurden. 7. August 2003 - NABU-Wildhütergruppe meldet Erfolge beim Schutz von Schneeleoparden (NABU) Die NABU-Wildhütereinheit Gruppa Bars hat in Kirgisistan einen deutlichen Rückgang beim illegalen Handel mit Schneeleoparden festgestellt. Die Wildhüter sind in dem zentralasiatischen Land seit mehr als vier Jahren zum Schutz von Schneeleoparden aktiv und konnten dabei 150 Wilderer festnehmen, 200 illegale Waffen einziehen, 450 Fallen sicher stellen und 17 Schneeleopardenfelle beschlagnahmen. Außerdem retteten sie fünf lebende Schneeleoparden sowie einen Wolf und konnten 30 seltene Greifvögel befreien und wieder auswildern. *Die Wildhütereinheit hat in Kirgisistan mit ihrer Arbeit gegen die Wilderei neue Standards gesetzt", betonte Birga Dexel, Leiterin des NABU-Schneeleopardenprojektes. Während in den meisten Nachbarländern bisher niemand wegen Wilderei und illegalem Handel mit bedrohten Tieren bestraft worden sei, verbüßten in Kirgisistan 16 Händler, darunter ehemalige Geheimdienstmitarbeiter, langjährige Haftstrafen. *Das Risiko mit Schneeleoparden zu handeln ist dort mittlerweile sehr hoch und viele Menschen entscheiden sich heute lieber für legale Geldquellen", erklärte Dexel. Als direkte Folge dieses Wandels mussten in diesem Jahr erst zwei lebendige Schneeleoparden und ein Wolf sowie einige Fallen und Waffen aus den Händen von Wilderern konfisziert werden. Die globale Lage für den streng geschützten Schneeleoparden bleibe laut NABU aber sehr besorgniserregend. *Der weltweite Handel ist die Bedrohung Nummer 1 für den Schneeleoparden", so Dexel. Dieser konzentriere sich nicht nur auf Russland und China, den größten Märkte für die gewilderten Tiere, auch in Deutschland gäbe es noch viel zu tun. Im Internet würden immer wieder Schneeleopardenmäntel und --felle angeboten und Schneeleopardenmäntel von prominenten Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit getragen. So zeigte sich Mirja Sachs, Frau von Gunter Sachs, kürzlich noch den Lesern eines deutschen Boulevardmagazins in einem Cape aus Schneeleopardenfell auf einem Draculaball in St. Moritz. *Mirja Sachs' Auftritt ist eine Verhöhnung der weltweiten Schutzbemühungen. Gerade sie als Gründerin der Mirja Sachs Stiftung für notleidende Kinder, die auch Umweltprojekte sponsert, sollte es besser wissen", so Dexel. Ihr müsse bekannt sein, dass in durch Wilderei und organisierte Kriminalität geprägte Regionen, Kinder die Hauptleidtragenden seien. 6. August 2003 - Islands Regierung hat entschieden: Walfang beginnt (WDCS) Die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, ist über die heutige Stellungnahme des isländischen Fischereiministers Arni Mathiesen, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, zutiefst bestürzt. Mathiesen verkündete gegenüber der Presse, dass noch im August und September dieses Jahres 38 Zwergwale getötet werden sollen. Island, wie auch Japan nutzen das Argument der "Wissenschaft" als Schlupfloch gegenüber dem von der Internationalen Walfangkommission (IWC) 1982 beschlossenen und 1986 in Kraft getretenen Walfangverbot. Die WDCS ruft in Erinnerung, dass die Mehrheit der TeilnehmerInnen am Wissenschaftsausschuss der vergangenen IWC-Tagung sich besorgt über das von Island präsentierte Walfangprogramm äußerte. 39 Delegierte des Wissenschaftsausschusses aus vielen verschiedenen Ländern kamen zu dem Schluss, dass der Forschungsantrag Islands schlecht durchdacht und mangelhaft ist, sowie alternative Forschungsmethoden ignoriert. "Das ist eine tragische Entwicklung" sagt Mark Simmonds, wissenschaftlicher Direktor der WDCS und langjähriger Teilnehmer am IWC-Wissenschaftsausschuss und fügt hinzu: "Es gibt keine Notwendigkeit für Forschungsaktivitäten, die die Tötung von Walen vorsehen. Wir sind über Islands Entscheidung zutiefst enttäuscht". Die WDCS ist der Ansicht, dass Islands wissenschaftliches Walfangprogramm nur ein Vorwand für die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs darstellt. Umweltschutzorganisationen und Walbeobachtungsunternehmer glauben, dass eine Wiederaufnahme des Walfangs extrem negative Auswirkungen auf die rasch wachsende Walbeobachtungsindustrie des Landes hätte. Von April bis Oktober 2002 nahmen ungefähr 62050 Personen an Walbeobachtungsausfahrten teil - dies sind in etwa 30% aller Touristen, die in dieser Zeit Island besuchten. Während die Walbeobachtungsindustrie für eine jährliche Einnahme von mehreren Millionen Euro sorgt, könnte der Walfang dem Land sehr teuer zu stehen kommen. Die WDCS ist davon überzeugt, dass der Walfang niemals so wichtig oder ökonomisch so wertvoll für Island sein wird wie Walbeobachtung, insbesondere in einer Zeit, in der die Bedenken über den möglichen Gehalt an Giftstoffen in Walprodukten auf der ganzen Welt steigen. Island hat seit dem Jahr 1989 keine Wale getötet und ist im Jahr 1992 aus Protest gegen das internationale Walfangmoratorium aus der IWC ausgetreten. Als Island im Oktober 2002 der IWC wieder beitrat, verkündete die Regierung, dass der kommerzielle Walfang nicht vor dem Jahr 2006 wiederaufgenommen werde. Mehrere IWC Mitgliedsstaaten haben formell gegen Islands Beschluss, der IWC mit Vorbehalt gegen das Walfangmoratorium wieder beizutreten, protestiert und die Pläne zur Wiederaufnahme des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs verurteilt. |