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Juli 03
29. Juli 2003 - WWF gewinnt mit Regenwaldaktion Unterstützung durch Henkel Der WWF hat heute Morgen in der Zentrale des Düsseldorfer Konzerns Henkel einen Etappensieg im Kampf um die Regenwälder in Indonesien erzielt: Henkel erkannte als erstes deutsches Großunternehmen des Non-Food-Sektors öffentlich an, dass die indonesischen Regenwälder und die dort heimischen Elefanten, Tiger und Orang Utans durch den Anbau von Ölpalmen bedroht sind. Aus den Früchten und Kernen der Ölpalmen wird Palmöl gewonnen, das als Rohstoff für Waschmittel und Kosmetika sowie für Lebensmittel dient. WWF-Aktivisten überbrachten heute in Begleitung einer originalgetreuen Nachbildung eines Sumatra-Tigers mehr als 17.000 Postkarten, die besorgte Verbraucher auf Veranlassung des WWF an das Unternehmen gerichtet hatten. Bei der Übergabe durch WWF-Geschäftsführer Dr. Peter Prokosch ging Henkel auf zentrale Forderungen der Umweltschützer ein: So werde Henkel an vom WWF veranlassten internationalen Verhandlungen mit anderen Großunternehmen teilnehmen, um Standards für die ökologische und sozial gerechte Produktion von Palmöl zu entwickeln und danach auf Basis dieser Ergebnisse geeignete Maßnahmen einzuleiten. Darüber hinaus sagte Henkel dem WWF zu, bereits vor diesen Verhandlungen damit zu beginnen, mit seinen Rohstofflieferanten entsprechende Verbesserungsmöglichkeiten zu evaluieren. "Henkel ist einen Riesenschritt in die richtige Richtung gegangen und bringt damit Dynamik in die Lösung des Palmölproblems", begrüßte Peter Prokosch die Ankündigungen des Unternehmens. In Indonesien fressen sich riesige Ölpalmenplantagen immer tiefer in den ursprünglichen Regenwald hinein. Die massive Expansion der Plantagen ist einer der Hauptgründe dafür, dass die letzten Tieflandregenwälder auf der Insel Sumatra nach Schätzungen der Weltbank bis spätestens 2005 verschwunden sein werden, wenn der Raubbau nicht umgehend gestoppt wird. Die Leidtragenden sind die hier lebenden Tiere: Elefanten, Tiger und Orang Utans verlieren ihren natürlichen Lebensraum. "Der indonesische Regenwald wird für die Produktion von Palmöl im Zeitraffertempo kahl rasiert. Der WWF freut sich deshalb besonders darüber, dass Henkel nicht erst die Ergebnisse langwieriger Verhandlungen abwartet, sondern schon jetzt mit den Rohstofflieferanten die Notwendigkeit nachhaltig erzeugter Palmöllieferungen diskutiert", so Prokosch. Der WWF beurteile dies als ein klares Bekenntnis zu einer umfassenden Produktverantwortung und hoffe, dass weitere Unternehmen dem Beispiel folgen werden. Der WWF hatte im April zu einer Postkartenaktion an zwei deutsche Konzerne aufgerufen: Insgesamt rund 17.000 Verbraucher forderten Henkel und die Nestlé Deutschland AG stellvertretend für viele weitere Unternehmen dazu auf, gemeinsam mit dem WWF nach Lösungen zu suchen, um die weitere Expansion der Ölpalmenplantagen in Indonesien zu stoppen. Mit Erfolg: In der vergangenen Woche reagierte Nestlé angesichts des großen Verbraucherinteresses als erster deutscher Lebensmittelkonzern auf die Minimalforderungen des WWF zur Palmölproblematik. Nestlé sicherte zu, sich an den internationalen Verhandlungen für nachhaltiges Palmöl zu beteiligen. 25. Juli 2003 - Künast begrüßt Kommissionsvorschlag zum Schutz von Kleinwalen (BMVEL) Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat den von der Europäischen Kommission vorgelegten Verordnungsvorschlag zum Schutz von Kleinwalen begrüßt. "Ich bin froh, dass die Kommission die von uns seit langem geforderten Maßnahmen gegen den Beifang von Schweinswalen und Delphinen in der Fischerei jetzt in die Tat umsetzen will. Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass jährlich mehrere hunderttausend Wale in den Netzen der Fischer verenden müssen. Allein in der Nordsee sterben in jedem Jahr rund 10 000 Schweinswale in der Stellnetzfischerei. Es ist höchste Zeit, gegen diese Beifänge mit geeigneten Mitteln vorzugehen", so Künast heute in Berlin. "Wir werden die Kommissionsvorschläge gründlich prüfen und uns dafür einsetzen, dass sie im Ministerrat zügig beraten und verabschiedet werden. Der Kommissionsvorschlag sehe vier Maßnahmen vor: 1. Ein stufenweises Verbot der Treibnetzfischerei auf Lachse in der Ostsee bis zum Jahre 2007, um die dortigen Schweinswalpopulationen vor dem Aussterben zu bewahren, 2. Das Anbringen akustischer Signalgeber (sogenannter Pinger) an Stellnetzen in der Ostsee, der Nordsee, im Skagarrak und Kattegat sowie im Ärmelkanal und in der Keltischen See, um die Schweinswale von den für sie tödlichen Netzen fern zu halten, 3. Das Überwachen der Fangtätigkeit und der Wirksamkeit der Pinger durch Beobachter an Bord von Fischereifahrzeugen, 4. Eine wissenschaftliche Begleitung der Maßnahmen, um sie gegebenenfalls anpassen oder modifizieren zu können, verbunden mit einer wissenschaftliche Beobachtung der Schweinswalpopulationen Die Ministerin bekräftigte, dass Deutschland die EU-Kommission mit Nachdruck in ihren Bemühungen um den Schutz der Wale unterstützen werde, auch wenn es gewisse Zweifel gebe, ob die Pinger das richtige Mittel seien, um diesen Schutz zu gewährleisten. Sie wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ihr Ministerium 2002 ein dreijähriges Forschungsvorhaben initiiert habe, das die Auswirkungen akustischer Belastungen, insbesondere von Pingern, auf Wale untersuche. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Belastungen nicht vertretbar seien und die Wale z.B. aus ihren angestammten Gebieten gänzlich verscheucht würden, werde sie die EU-Kommission ersuchen, alternative Maßnahmen vorzuschlagen, so Künast. 25. Juli 2003 - WDCS begrüßt Vorschlag der EU Kommission zur Reduktion der Delfintode in Fischernetzen (WDCS) Die WDCS, Whale and Dolphin Conservation Society, begrüßt die von der EU Kommission gestern vorgestellte Initiative, gegen den fortwährenden Beifang von Delfinen und Schweinswalen in Fischernetzen vorzugehen. Die Wal- und Delfinschutzorganisation fügt aber hinzu, dass es weit mehr Anstrengungen bedarf, um das Problem wirklich zu lösen. Tausende Delfine und Schweinswale verenden jährlich auf Grund der intensiven Fischereiaktivitäten in europäischen Gewässern. Dadurch wird jedoch nicht nur das Überleben von Wal- und Delfinpopulationen gefährdet, sondern den Meeressäugern auch unermessliches Leid zugefügt. Die Tiere verfangen sich in den Netzen und ertrinken oder ersticken nach einem oftmals langen Überlebenskampf auf qualvolle Weise. Die Initiative der EU Kommission sieht vor allem drei wesentliche Maßnahmen vor: Reduktion der Länge von Treibnetzen in der Ostsee auf weniger als 2,5 km, sowie deren generelle Einstellung bis zum Jahr 2007. Der verbindliche Einsatz von akustischen Scheuchvorrichtungen im Rahmen von Stellnetzfischereien, u.a in der Nordsee. Kontrolle zahlreicher Fischereiaktivitäten durch Beobachter auf den Fangschiffen zur Dokumentation des Beifangausmaßes. Der Einsatz von Treibnetzen für den Fang von Thunfischen und einigen anderen Arten ist von der EU bereits untersagt und die restliche Nutzung ist auf 2,5 km Maximallänge beschränkt. Dies gilt bislang jedoch nicht für die Ostsee, wo solche Netze weiterhin eine Länge von bis zu 20 km erreichen. "Die intensiven Fischereiaktivitäten gefährden das Überleben der auf weniger als 600 Tiere geschätzten Schweinswalpopulation in der Ostsee" sagt Nicolas Entrup von der WDCS. Die Fischereiexpertin der WDCS, Ali Ross, steht der Initiative grundsätzlich positiv gegenüber, hat jedoch auch Vorbehalte. "Der Einsatz von Scheuchvorrichtungen könnte zwar das Leben Hunderter Schweinswale retten, jedoch könnte der langfristige und intensive Einsatz auch dazu führen, dass die Tiere aus für ihr Überleben wichtigen Gebieten auf Grund der stetigen Lärmbelästigung vertrieben werden. Die Scheuchvorrichtungen sollen nur vorübergehend genutzt und der Einsatz streng überwacht werden. Ziel muss es sein, alternative Fischfangmethoden zu entwickeln" sagt Ross. Überaus erfreut zeigt sich die Delfinschützerin über den Einsatz von Beobachtern auf Fangschiffen. "Wir müssen unbedingt an mehr Informationen gelangen, welche Fischereiaktivitäten in welchen Gebieten die größten Probleme verursachen. Wir wissen zwar, dass Schleppnetzfischereiaktivitäten eine hohe Delfinsterblichkeitsrate verursachen, jedoch gibt es noch viele Fangmethoden über deren Auswirkungen wenig bekannt ist", meint die Expertin der WDCS und hofft dabei auf neue wichtige Erkenntnisse, um effiziente Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Die WDCS weist darauf hin, dass es sich bei der Initiative der EU Kommission bislang nur um einen Vorschlag handelt, der noch durch zahlreiche Gremien und letztendlich von den FischereiministerInnen der EU angenommen werden muss. "Es liegt eine große Last und Verantwortung auf den Schultern der EU Mitgliedsstaaten, denn bis zu dem Einsatz konkreter Maßnahmen verenden in Europa weiterhin Hunderte Kleinwale in Fischernetzen", so Ross. 18. Juli 2003 - BfN-Veröffentlichung zu Transportverlusten von CITES-Arten in Englisch erschienen (BfN) Nach einer Studie zu Transportverlusten beim Import bei Vögeln und Reptilien nach Deutschland (veröffentlicht 1998) hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erneut ein Forschungsvorhaben zu diesem Thema durchgeführt. Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens liegen jetzt in Form einer aktuellen BfN-Veröffentlichung in englischer Sprache vor. In der Studie wurden Daten aus 19 verschiedenen Quellen mit insgesamt 7.450.703 Individuen in 38.815 Einträgen zusammengestellt und ausgewertet. 89% der Einträge behandelten Transporte von Vögeln, 9% Reptilien und 2% andere Tiergruppen. Der Anteil von Einträgen zu geschützten CITES-Tierarten betrug 65%. Es wurden Informationen zu insgesamt 2.132 Arten verarbeitet, davon 742 geschützte Arten. Die erfassten Tiere kamen zu 60% aus Afrika, etwa 15% wurden aus Asien exportiert und ca. 9% aus Amerika. Die mittlere Mortalität zum Zeitpunkt der Einfuhr aus allen Daten betrug 1,53%. Die Gliedertiere (5,99%) und die Amphibien mit 4,96% wiesen die höchsten Mortalitätsraten auf. Es folgten die Reptilien mit 3,14%. Die niedrigsten Werte wiesen die Vögel (1,36%) und die Säugetiere mit 0,65% auf. Die Daten wurden, sofern möglich, einer statistischen Wertung unterzogen, um transportsensible Arten zu identifizieren. Weiterhin wurde ein Vergleich der transportierenden Fluggesellschaften vorgenommen, die Einhaltung der IATA Standards bewertet und auch die Exportländer miteinander verglichen. Keine bislang durchgeführte Untersuchung zum Transport von CITES-geschützten Tieren kann sich auf eine vergleichbare Datenmenge stützen. Die darüber hinaus bei nicht geschützten Arten zusammengetragenen Informationen sind ebenfalls bemerkenswert. Die Studie belegt, dass der Durchschnitt der Transporte mit nur geringen Transportverlusten durchgeführt wird, zeigt aber auch, dass hier bei Arten, Fluggesellschaften und Herkunftsländern große Unterschiede auftreten können. Wildlebende Tiere werden in großem Umfang international gehandelt. Einige der gehandelten Tierarten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt, viele jedoch nicht. Leider ist es eine Tatsache, dass während der Transporte auch Tierverluste auftreten. Organisationen des Tier- oder Artenschutzes und auch die Medien weisen zu Recht immer wieder auf Missstände beim Transport und Verluste hin. Behördenvertreter bemühen sich über Vorschriften, Kontrollen und Sanktionen die Transporteure zur Einhaltung der Vorschriften und Optimierung der Transporte anzuhalten. 14. Juli 2003 - Ausverkauf von Indonesiens Papageien Indonesiens letzte Papageien werden rücksichtslos geplündert, ein Großteil der illegalen Wildfänge in die EU exportiert. Deutschland ist dabei einer der wichtigsten Absatzmärkte selbst für vom Aussterben bedrohte Arten. Zwar hat die EU im Oktober 2001 ein Importverbot für einen der gefährdetsten indonesischen Papageien, den Gelbwangenkakadu, erlassen, doch diese Maßnahme erweist sich als zahnlos: "In den letzten Jahren exportiert Indonesien zunehmend Papageien, die angeblich gezüchtet wurden. Dabei handelt es sich um illegale Wildfänge, die einfach zu angeblichen Nachzuchten umdeklariert werden", erläutert PRO WILDLIFE Expertin Daniela Freyer. Sie fordert von der EU, den Import ALLER indonesischer Papageien zu stoppen: "Deutschland als wichtiger Abnehmer trägt hierbei eine besondere Verantwortung." In Indonesien ist der Fang von Papageien streng geregelt - allerdings nur auf dem Papier: Für einige Arten gibt es niedrige Fangquoten, für bedrohte Arten wie Gelbwangen- oder Molukken-Kakadu gilt gar ein totales Fang- und Handelsverbot. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Nach PRO WILDLIFE vorliegenden Informationen ist der Vogelhandel in Indonesien völlig außer Kontrolle: · Die auf den Vogelmärkten Indonesiens angebotenen Papageien stammen nahezu ausnahmslos aus freier Wildbahn. Zu den begehrtesten Papageienarten aus Indonesien zählen Gelbwangen-, Weißhauben- und Molukken-Kakadu, Edel- und Rotsteiß-Papageien sowie Loris. Existierende Fangquoten werden massiv überschritten, Fang- und Handelsverbote ignoriert. · Allein über 8.000 der vom Aussterben bedrohten Gelbwangen-Kakadus gelangten seit 1990 in den internationalen Handel, entweder direkt aus Indonesien oder über den Umweg aus Drittstaaten. · Auf die zunehmende internationale Kritik an der Plünderung seiner Papageienbestände reagierte Indonesien inzwischen mit einem Exportverbot für Wildfänge. "Eine Farce, denn die Exporteure kaufen die wildgefangenen Papageien und deklarieren diese Tiere anschließend im internationalen Handel zu "Nachzuchten" um. So wird auch das EU-Importverbot für wildgefangene Gelbwangen-Kakadus aus Indonesien unterlaufen", betont die PRO WILDLIFE Sprecherin. · Gegen einen Teil der involvierten Exporteure ermittelt Interpol wegen Artenschmuggel. Trotzdem liefern diese Händler weiterhin ungehindert Papageien auch nach Deutschland. · Die indonesischen Artenschutzbehörden bestätigen die Schwierigkeiten, den Vogelhandel zu kontrollieren und die angeblichen Nachzuchten zu überprüfen. Trotzdem stellen sie regelmäßig die erforderlichen Papiere aus und legalisieren damit die Tiere für den internationalen Handel. PRO WILDLIFE fordert von Deutschland und der EU unmittelbare Konsequenzen: "Das zuständige Bundesamt für Naturschutz sollte umgehend die EU zu einem Importstopp ALLER Papageien aus Indonesien bewegen - nicht nur für Wildfänge, sondern auch für die angeblichen Nachzuchten," betont Biologin Freyer. "Deutschland sollte zudem dringend für vom Aussterben bedrohte Arten wie den Gelbwangenkakadu ein weltweites Handelsverbot beantragen. 11. Juli 2003 - Umweltfreundlich und gesund ins Schuljahr (BUND) Einfach clever handeln - das ist das Motto von Clemens Clever, dem pfiffigen Umweltmaskottchen. Das gilt auch für das kommende Schuljahr. In der kostenlosen Broschüre von BUND, Karstadt und Umweltbundesamt zeigt der kleine Igel, wie die Kinder umweltfreundlich, gesund und sicher das neue Schuljahr beginnen können. Auf acht Seiten erklärt er Eltern und Kindern, was sie beim Kauf von Schulmaterialen für die Umwelt tun können. Dazu gibt er Tipps zum sicheren Schulweg, zum gesunden Pausenbrot und zum Schulranzen. Mit der Vorstellung der Broschüre "Das könnt ihr für die Umwelt tun! - Clever durch alle Klassen" starteten der Umweltverband, der Warenhauskonzern und die Umweltbehörde bei Wertheim in Berlin heute ihre vierte gemeinsame Aktion. Papier, Stifte, Radiergummis, Lineale - das und vieles mehr muss nach den Ferien für die Schule besorgt werden. Clemens Clever weiß, dass es gar nicht schwierig ist, umweltfreundlich und gesund in das neue Schuljahr zu starten: unlackierte Holzbuntstifte, Schulhefte mit schönen Tiermotiven aus Recyclingpapier, Radiergummi aus Kautschuk. Das alles schont die Umwelt. Ist der Schulranzen stabil und leicht, schleppen sich die Kleinen nicht kaputt. Und das gesunde Pausenbrot, Obst und Milch machen fit für den Schultag. Das freut die Eltern, den Igel und die Umwelt. Die kostenlose Broschüre "Das könnt ihr für die Umwelt tun! - Clever durch alle Klassen" gibt es in allen Karstadt-, Hertie- und Wertheim-Filialen. 10. Juli 2003 - NABU fordert Stärkung des deutschen Zolls im Bereich Artenschutz (NABU) Der Naturschutzbund NABU hat die Bundesregierung aufgefordert, die Zoll- und Kontrollbehörden im Bereich des internationalen Artenschutzes zu stärken. "Mit Information der Bürgerinnen und Bürger allein kann der illegale Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen nicht gestoppt werden", sagte NABU-Präsidiumsmitglied und Artenschutzexpertin Heike Finke. Gerade während der Hauptreisesaison würden immer noch viel zu viele Produkte und lebende Souvenirs geschützter und bedrohter Arten aus exotischen Ländern nach Deutschland eingeführt. Zwar begrüße der NABU die heute von Bundesumweltminister Jürgen Trittin vorgestellten Bestrebungen, die Reisenden besser über die Strafen und Hintergründe aufzuklären. *Gleichzeitig muss aber auch für eine personelle Verbesserung bei den Kontrollen auf Flughäfen und Grenzübergängen während der Hauptreisezeiten gesorgt werden", forderte Finke. Waren aus Reptilienleder, Korallenschmuck, selbstgesammelte Riesenmuscheln, Kakteen und Orchideen, selbst Elfenbeinprodukte zählten auch heute noch zu beliebten Urlaubssouvenirs. *Der illegale Handel ist ein entscheidender Faktor bei der Bedrohung seltener Pflanzen und Tiere", betonte Finke. Mehr als 8.000 Tier- und 40.000 Pflanzenarten werden durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) geschützt, dem seit 1973 weltweit mittlerweile über 160 Staaten beigetreten sind. Ein weiteres Problem stellten laut NABU fehlende Unterbringungskapazitäten für beschlagnahmte Tiere dar. "Eine artgerechte Unterbringung exotischer Tiere stellt die Behörden immer wieder vor Probleme", so Finke. Hier fehle es an fachlich anerkannten Auffangzentren mit der entsprechenden finanziellen Unterstützung, die illegal eingeführte Papageien, Affen und andere exotische Tiere aufnehmen können. 10. Juli 2003 - Bundesumweltminister Jürgen Trittin appelliert an Urlauber: Vorsicht bei exotischen Souvenirs (BMU) Wenn einer eine Reise tut, dann kehrt er meist nicht ohne Reiseandenken zurück. Doch nicht selten erlebt er bei der Rückkehr eine böse Überraschung, wenn das Erinnerungsstück vom Zoll beschlagnahmt wird oder sogar Strafen folgen. Der Grund: Viele besonders begehrte Reiseandenken dürfen aus Artenschutzgründen nicht eingeführt werden. "Ob attraktive Schnitzereien aus Elfenbein, wunderschöne, gefärbte Schmetterlinge hinter Glas, Muscheln vom Strand oder fremdartige Kakteen - die Einfuhr solcher Erinnerungsstücke unterliegt strengen Einfuhrbestimmungen", warnte Bundesumweltminister Jürgen Trittin zu Beginn der Feriensaison. Viele der Tier- und Pflanzenarten, aus denen solche Gegenstände hergestellt werden, sind vom Aussterben bedroht. Deshalb stehen sie unter dem strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens. Nach der Zerstörung der Lebensräume stellt der internationale Handel eine der Hauptgefährdungsursachen für viele Arten dar. "Exotische Tiere und Pflanzensind in ihrem natürlichen Lebensraum am besten aufgehoben. Ich appelliere an alle Reisenden, auf Souvenirs aus bedrohten Arten zu verzichten und Mitbringsel aus Metall, Keramik oder Textilien zu bevorzugen", sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin. Hilfe bei der Auswahl aus dem vielfältigen Angebot der unbedenklichen Reiseandenken bietet eine neue "Fibel zum Artenschutz", die Umweltminister Trittin heute der Öffentlichkeit vorstellte. Dieser spezielle Reiseratgeber gibt Touristen Hinweise auf die Bestimmungen des Artenschutzrechts und zeigt anhand farbiger Abbildungen einige Beispiele verbotener Souvenirs. Die Broschüre ist kostenlos erhältlich beim BMU-Referat Öffentlichkeitsarbeit, 11055 Berlin, Fax 01888 - 305 3356, oder kann hier bestellt werden. Umfangreiche Informationen zu den artenschutzrechtlichen Bestimmungen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie Reisehinweise für Touristen enthält auch die Homepage der Europäischen Gemeinschaft unter www.eu-wildlifetrade.org. |